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dem und Deeken für profanen und heiligen Gebrauch
sind ganz europäisch in ihrer Erscheinung, während
einzelne Gold- und Silbergewebe mit kleinen, feinen
und zierlichen Mustern wieder als höchst echt und originell
davon sich abheben.
Selbst das ägyptische Palastgebäude, das in seiner
Anlage, in der Verwendung des Hofes, in der Lage,
Ausstattung und Einrichtung der Zimmer, mit den
Fenstergittern und Thüren uns einen sehr instructiven
Begriff von orientalischer häuslicher Lebenssitte gibt,
es hat französische Stoffe zu seiner Ausstattung nicht
verschmäht; es hat uns auch insofern enttäuscht, als
es von Glanz und Pracht des Orients sehr wenig aufzuweisen
hat. Indessen ist es lehrreich und kostbar
genug für seinen flüchtigen Zweck. Selbst die Anlage
ist älteren arabischen Gebäuden Kairo’s nachgebildet,
und nicht modernen. Es erscheinen eben heute in
A e gypten Cultur und Leben in Schwanken und Uebergang
begriffen und drängen dazu, sich mit der modernen
Zeit abzufinden.
Reiner und origineller jedenfalls sind die Arbeiten
von Tunis wie die von Marokko, nur stehen die
einen wie die anderen weder auf besonderer Höhe der
Kunst, noch des Reichthums. Die Ausstellungen sind
unbedeutender, als sie unter günstigeren Umständen
wohl hätten sein können. Die Gewebe von Tunis, die
Decken, die roth in weiss gestreiften Portieren, die
bunt gestreiften Seidenstoffe mit Gold und Silber, zeigen
alle die uralte Araberweise, die wir den Beduinenstil
nennen möchten. In der Marokkaner Abtheilung