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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

—  182  —

dem  und  Deeken  für  profanen  und  heiligen  Gebrauch
sind  ganz  europäisch  in  ihrer  Erscheinung,  während
einzelne  Gold-  und  Silbergewebe  mit  kleinen,  feinen
und  zierlichen  Mustern  wieder  als  höchst  echt  und  originell ­
  davon  sich  abheben.
Selbst  das  ägyptische  Palastgebäude,  das  in  seiner
Anlage,  in  der  Verwendung  des  Hofes,  in  der  Lage,
Ausstattung  und  Einrichtung  der  Zimmer,  mit  den
Fenstergittern  und  Thüren  uns  einen  sehr  instructiven
Begriff  von  orientalischer  häuslicher  Lebenssitte  gibt,
es  hat  französische  Stoffe  zu  seiner  Ausstattung  nicht
verschmäht;  es  hat  uns  auch  insofern  enttäuscht,  als
es  von  Glanz  und  Pracht  des  Orients  sehr  wenig  aufzuweisen ­
  hat.  Indessen  ist  es  lehrreich  und  kostbar
genug  für  seinen  flüchtigen  Zweck.  Selbst  die  Anlage
ist  älteren  arabischen  Gebäuden  Kairo’s  nachgebildet,
und  nicht  modernen.  Es  erscheinen  eben  heute  in
A e gypten  Cultur  und  Leben  in  Schwanken  und  Uebergang
  begriffen  und  drängen  dazu,  sich  mit  der  modernen ­
  Zeit  abzufinden.
Reiner  und  origineller  jedenfalls  sind  die  Arbeiten
von  Tunis  wie  die  von  Marokko,  nur  stehen  die
einen  wie  die  anderen  weder  auf  besonderer  Höhe  der
Kunst,  noch  des  Reichthums.  Die  Ausstellungen  sind
unbedeutender,  als  sie  unter  günstigeren  Umständen
wohl  hätten  sein  können.  Die  Gewebe  von  Tunis,  die
Decken,  die  roth  in  weiss  gestreiften  Portieren,  die
bunt  gestreiften  Seidenstoffe  mit  Gold  und  Silber,  zeigen ­
  alle  die  uralte  Araberweise,  die  wir  den  Beduinenstil
  nennen  möchten.  In  der  Marokkaner  Abtheilung
            
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