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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

—  184  —

Holzschäften  der  bekannten  langen  Flinten  nur  von
geringer  Schönheit  und  mit  den  alten  Tauschirarbeiten
nicht  zu  vergleichen.
Alles  das,  ob  gut  oder  schlecht,  ist  im  Grunde
echt  und  original.  Nur  eine  auffallende  Erscheinung
befindet  sich  in  der  tunisischen  Abtheilung  und  das  ist
die  Ausstattung  des  Zimmers.  Dieser  Tisch,  diese
Sessel,  vergoldet  und  auf  dem  goldenen  Grunde  mit
Rosen,  Tulpen  und  Füllhörnern  bemalt  in  einer  Art,
die  so  ganz  an  das  Delfter  Geschirr  vom  siebzehnten
und  achtzehnten  Jahrhundert  erinnert,  die  Form  dieses ­
  Divans  und  der  Sessel  mit  den  steifen,  säulengetragenen ­
  Lehnen,  was  alles  so  ganz  und  gar  nicht
orientalisch  aussieht,  ja  in  der  Zeichnung  seiner  Weise
widerspricht  —  ohne  Zweifel  wird  es  heute  in  Tunis
gefertigt  sein,  aber  sicherlich  hat  es  einmal  europäischen ­
  Ursprung  gehabt.  Wir  sehen,  der  Orient,  die
Kunst  des  Islam,  hat  auch  schon  sonst  Angriffe  auf
seine  Eigenthümlichkeit  bestanden;  ob  sie  aber  die
heutigen  überstehen  wird,  den  vereinigten  Angriff  der
europäischen  Künstler  in  seiner  Mitte,  des  gesammten
europäischen  Imports  und  endlich  der  Anilinfarben,
vielleicht  ihres  schlimmsten  Feindes,  das  ist  sehr  die
Frage.
            
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