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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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gekommen ist, so liegt das in Gründen, die wir schon 
früher angedeutet haben. 
Der heutige Perser aber ist künstlerisch nicht 
mehr der Perser von ehedem. Vieles, was wir von 
älterer Kunst, d. h. aus dem Mittelalter und später, 
noch heute im Orient bewundern, ist persische Arbeit, 
auch weit ausserhalb der Grenzen dieses Landes; vieler 
Orten haben persische Künstler gebaut und decorirt 
und waren Kopf und Hand in den Kunstwerkstätten. 
Heute haben sie vieles verlernt und was sie noch ar 
beiten — immer noch das Beste diesseits der Grenze 
Indiens das reicht bei weitem nicht mehr an -ihre 
alten Leistungen hinan. Ihre Teppiche, ihre Seiden 
stoffe, ihre Metallarbeiten sind schwächer geworden, 
von ihren Faiencen sehen wir gar nichts mehr, und 
doch ist und bleibt uns das Land mit seinen künst 
lerischen Arbeiten in hohem Grade interessant. 
Wir haben schon angedeutet, worin die Specia- 
ütät der persischen Stilart im Gegensatz gegen die 
\oi dei -Asiens hauptsächlich besteht, nämlich in einer 
i eichen und mehr unserer naturalistischen Art sich an 
nähernden Verwendung der Blume. Am weitesten geht 
der persische Künstler darin bei seinen kleinen Lack 
malereien auf Kästen und Buchdeckeln, deren farbiger 
und blumiger Effect mitunter höchst reizend ist. Im 
mer aber ist die letzte Grenze zum Naturalismus, zur 
vollen Reliefdarstellung nicht überschritten. Die per 
sische Art bleibt immer stilvoll, wenn sie sich auch 
noch so sehr der Natur zu nähern scheint.
	        
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