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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Strenger ist der Stil bei den T eppichen, wo auch 
die Blume statt des geometrischen Ornaments der syri 
schen und des willkürlichen der Smyrnaer Teppiche 
eintritt. Zwar gibt es auch in Persien wie in den 
Nebenländern Kurdistan und Turkestan Unterschiede 
in den Teppichen und man benennt sie verschiedent 
lich nach ihrer örtlichen Herkunft, worüber unser 
vortrefflicher Kenner Persiens, Dr. Polak, in seinen 
Schriften die beste Auskunft ertheilt allein die 
Unterschiede sind mehr stofflicher und technischer 
Art. Die Decoration ist mit wenigen Ausnahmen, die 
sich der syrischen Art nähern, im Charakter eine und 
dieselbe, ja dasselbe Muster, das bei uns in Wien be 
reits sehr bekannte Federmuster (richtiger wohl Distel 
blatt) wiederholt sich im eigentlichen Persien wie in 
den genannten innerasiatischen Provinzen unzählige 
Mal. Die persischen Teppiche zeigen nicht ihr Orna 
ment auf breitem einfarbigen Grunde wie die Smyr 
naer, sondern sie bedecken mit ihren Blumen, Blättern 
oder was sie sonst als Ornament dazwischen gebrau 
chen, gleichmässig die ganze Fläche und zwar rücken 
sie Blumen und Blätter in regelmässiger Wiederkehr 
so dicht an einander und in einander, dass der Grund 
nur in ganz kleinen Theilchen sichtbar wild, als ob 
der Boden dicht mit Blumen belegt wäre. Auf diese 
Weise verliert das Einzelne sowohl in Falbe wie in 
Zeichnung völlig seine Bedeutung und es bleibt nui 
die allgemeine, spielende coloristische Wirkung. Der 
Grund ist wohl in den meisten Fällen schwarz, jedoch 
auch roth, braun, blau und weiss. Nur eine auffallende
	        
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