MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

ihresgleichen in den alten illustriften Manuscripten, 
die in ihrer Nähe ausgestellt sind. Eine selbstständige, 
rein geometrische Ornamentation im Miniaturstil zeigen 
die kleinen Kasten, Deckel und verschiedenes andere 
derartige Geräth, das mit der sogenannten Stiftmosaik 
bedeckt ist. Es ist diese Technik aber nicht original 
persisch, sondern den Persern von Bombay gekommen 
und den Indiern ist sie aus Florenz zugebracht worden. 
Dagegen sind eine Anzahl zur Decoration der Wand 
bestimmte glasirte Fliesen mit Figuren und Arabesken 
und mit metallisch reflectirendem Glanze echt persisch, 
nur sind es leider alte, vielleicht sehr alte Gegenstände. 
Das moderne Persien hat nichts dergleichen zur Aus 
stellung gebracht und konnte es auch nicht, weil derlei 
als heutige Arbeit schwerlich noch existirt. 
Wie Persien mit seiner Kunst und seinem Kunst 
stil die Nachbarländer beherrscht hat, das erkennt man 
an dem, was Russland aus seinen innerasiatischen Län 
dern an künstlerischen Arbeiten uns vor Augen führt. 
Sie bilden namentlich in Schmuckgegenständen und 
interessanten Thongefässen eine willkommene Ergän 
zung zur persischen Ausstellung. Unter den ersteren 
fällt insbesondere die reiche Verwendung der Türkisen 
auf, die in Persien heimisch sind und von persischen 
Goldschmieden in früheren Zeiten wahrhaft künstlerisch 
verwerthet wurden. Auch das scheint heute vorbei zu 
sein. Die Gewebe und Stickereien sind zum Theil 
etwas bedenklicher Art, da sie von einer »Fabrik orien 
talischer Stoffe und Bekleidungsgegenstände» in Peters 
burg ausgestellt sind.
	        
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