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dem, worin beide ähnlich sind, unterscheidet sich die
indische Arbeit durch eine mehr heitere, ich möchte
sagen mehr blumige Art der farbigen Erscheinung.
Dies gilt z. B. gleich von den indischen Tep
pichen, die im Wesentlichen ganz däs persische Princip
der Decoration befolgen, das wir oben beschrieben ha
ben. Ein Kenner, der die Technik prüft und die Wolle
mit den Fingern fühlt, wird auch wohl so die Unter
scheidung treffen, ästhetisch aber lässt die bei weitem
mehr heitere, oft goldige Farbenhaltung im Gesammt-
anblick die indischen Teppiche leicht von den ernsteren
persischen trennen.
Dasselbe Princip der Teppiche, dem wir schon so
oft in der orientalischen Kunst begegnet sind, die Farbe
nicht durch den Contrast, sondern durch die Har
monie, durch den resultirenden Ton der Vermischung
wirken zu lassen, herrscht fast in der ganzen Weberei
Indiens. Es ist auch das Princip der Kaschmirshawls,
die zwar mit den grossen geschwungenen, an der Spitze
umgebogenen sogenannten indischen Palmetten die
Fläche überdecken, aber in diesen Palmetten mischen
sich die Farben in einander auf möglichst kleinen
Flächenräumen. Dasselbe Princip gilt auch in den
Goldgeweben, bei denen das Gold entweder so ange
bracht ist, dass es in feinem Spiel der Farbe der Seide
nur Glanz und Schimmer verleiht oder als Grund über
wiegend durch die Farbe seinen besonderen Ton er
hält, sei es, dass es roth oder grünlich oder blau oder
violett schillert und spielt. Die indischen Weber sind
ausserordentlich erfindungsreich in immer neuen Va-