MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

— 193 
rianten, wie sie Gold und Farben combiniren und Nu 
ancen des Effectes hervorbringen. Hiezu werden z. B. 
auch verschiedene Lagen und Streifen von Farben, die 
mitunter auch schräg lauten, benützt. Uebiigens, ob 
wohl es auf den Effect abgesehen, ist die Zeichnung 
des immer flach gehaltenen Blumen- oder Pflanzen 
musters keineswegs gleichgiltig oder gleichgiltig be 
handelt, wie auf den Smyrnaer und syrischen Tep 
pichen; ja die Muster gewähren noch ein besonderes 
Interesse, indem sie zum Theil sehr alt sind und völlig 
an die späteren arabischen oder maurischen Muster, 
etwa vom dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert, 
erinnern. Es trifft das ganz mit der Invasion der Mu 
selmänner in Indien zusammen, so dass diese, offen 
bar von den Arabern und Persern dort eingeführten 
Muster seit jener Zeit traditionell geblieben sein 
müssen. 
Es ist wunderbar, wie überall den indischen We 
bern der Ausdruck der Pracht und des Glanzes unter 
voller Wahrung eines echt künstlerischen Charakters 
gelingt, und das gilt auch da, wo das Gold im Ver 
hältnis wenig oder gar nicht angebracht oder wo der 
Stoff selbst von der allergrössten Zartheit ist. Es ist, 
als ob sie nichts Schlechtes, Mattes, Bedeutungsloses 
machen könnten. Selbst den einfachen, gedruckten 
blumigen Kattunen wissen sie solchen Reiz zu geben, 
indem sie die Verzierung mit aufgedrucktem Golde er 
höhen. Welchen Effect machen nicht jene rothen oder 
weissen Shawls und Mäntel, die in weisser oder rother 
Seide (je mit der Gegenfarbe) in der allereinfachsten
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.