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rianten, wie sie Gold und Farben combiniren und Nu
ancen des Effectes hervorbringen. Hiezu werden z. B.
auch verschiedene Lagen und Streifen von Farben, die
mitunter auch schräg lauten, benützt. Uebiigens, ob
wohl es auf den Effect abgesehen, ist die Zeichnung
des immer flach gehaltenen Blumen- oder Pflanzen
musters keineswegs gleichgiltig oder gleichgiltig be
handelt, wie auf den Smyrnaer und syrischen Tep
pichen; ja die Muster gewähren noch ein besonderes
Interesse, indem sie zum Theil sehr alt sind und völlig
an die späteren arabischen oder maurischen Muster,
etwa vom dreizehnten oder vierzehnten Jahrhundert,
erinnern. Es trifft das ganz mit der Invasion der Mu
selmänner in Indien zusammen, so dass diese, offen
bar von den Arabern und Persern dort eingeführten
Muster seit jener Zeit traditionell geblieben sein
müssen.
Es ist wunderbar, wie überall den indischen We
bern der Ausdruck der Pracht und des Glanzes unter
voller Wahrung eines echt künstlerischen Charakters
gelingt, und das gilt auch da, wo das Gold im Ver
hältnis wenig oder gar nicht angebracht oder wo der
Stoff selbst von der allergrössten Zartheit ist. Es ist,
als ob sie nichts Schlechtes, Mattes, Bedeutungsloses
machen könnten. Selbst den einfachen, gedruckten
blumigen Kattunen wissen sie solchen Reiz zu geben,
indem sie die Verzierung mit aufgedrucktem Golde er
höhen. Welchen Effect machen nicht jene rothen oder
weissen Shawls und Mäntel, die in weisser oder rother
Seide (je mit der Gegenfarbe) in der allereinfachsten