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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

China und Japan. 
China und Japan bilden die dritte Gruppe der 
orientalischen Kunst, die ostasiatische. Auch ihr Cha 
rakter ist der entschieden rein decorative, aber er hat 
am meisten Eigenart im Orient. Diese besteht zum 
Theil darin, dass beide Völkerschaften in der Figuren 
darstellung völlig frei sind und auch den reichlichsten 
Gebrauch davon machen, und andererseits darin, dass 
sie jeglichem Gegenstände der Kunst — der Figur, der 
Architektur, dem Geräth wie dem Ornament — den 
Stempel des Bizarren aufdrücken. 
Wie das Alter in seiner Gebrechlichkeit wohl 
Launen und Eigensinn sich angewöhnt, so pflegt es 
auch einer Culturperiode zu ergehen, die in allzu langer 
Existenz sich überlebt und abgelebt hat. Auf diesem 
Standpunkt befinden sich China und Japan mit ihrer 
Kunst und ihrer Cultur. Ihr Kunststil, ihre Kunst 
übung ist von sehr altem Datum, mehr noch bekannt 
lich bei China als bei Japan, daher auch des letzteren 
Kunst immer no'ch ein frischeres Gepräge trägt. Die 
jenige Chinas zeigt klar und deutlich den Charakter 
des Greisenalters und die Japans rückt ihm nahe. Der
	        
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