China und Japan.
China und Japan bilden die dritte Gruppe der
orientalischen Kunst, die ostasiatische. Auch ihr Cha
rakter ist der entschieden rein decorative, aber er hat
am meisten Eigenart im Orient. Diese besteht zum
Theil darin, dass beide Völkerschaften in der Figuren
darstellung völlig frei sind und auch den reichlichsten
Gebrauch davon machen, und andererseits darin, dass
sie jeglichem Gegenstände der Kunst — der Figur, der
Architektur, dem Geräth wie dem Ornament — den
Stempel des Bizarren aufdrücken.
Wie das Alter in seiner Gebrechlichkeit wohl
Launen und Eigensinn sich angewöhnt, so pflegt es
auch einer Culturperiode zu ergehen, die in allzu langer
Existenz sich überlebt und abgelebt hat. Auf diesem
Standpunkt befinden sich China und Japan mit ihrer
Kunst und ihrer Cultur. Ihr Kunststil, ihre Kunst
übung ist von sehr altem Datum, mehr noch bekannt
lich bei China als bei Japan, daher auch des letzteren
Kunst immer no'ch ein frischeres Gepräge trägt. Die
jenige Chinas zeigt klar und deutlich den Charakter
des Greisenalters und die Japans rückt ihm nahe. Der