MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Japan bei uns in Wien plötzlich Mode geworden ist. 
Ja, wir selbst wünschen gar nicht einmal, dass diese 
Mode mit dem Schluss der Weltausstellung sogleich 
wieder zu Ende sei, und möchten vielmehr, dass das 
Gute, was uns jene Kunst zu bieten hat, in unser 
Fleisch und Blut übergehe. 
Worin besteht nun dieses Gute? worin kann es 
bestehen, wenn jeder Figur, jeder Gestalt, jeder orna 
mentalen« Bildung der Zopf anhängt? Erstens in der 
wunderbaren Nettigkeit und Präcision der Arbeit, die 
allein schon ein Vergnügen ist. Eigentlich ist sie aller 
dings nur noch den Japanern zu eigen, aber diesen auch 
so, dass sie sich auf ihr Lattenwerk und ihre Zaunpfähle 
erstreckt. Man betrachte aus diesem Gesichtspunkte den 
Zaun, mit dem sie ihren kleinen Garten umgeben haben. 
Zum anderen in dem Farbenreiz und in der Harmonie, 
dem ewigen A und O aller Decoration, die selbst die 
unbedeutendsten Porcellanarbeiten noch heute tragen. 
Wir sehen dabei von den älteren Arbeiten, die allerdings 
noch andere, insbesondere formelle Verdienste zeigen, 
ganz ab, so wie auch noch heute ein und der andere 
Kunstzweig seine eigenthümlichen Vorzüge besitzt. 
Wie gross der Unterschied ist zwischen dem Einst 
und dem Jetzt, das erkennt man am besten an der 
schönen Collection der Zellenschmelzgefässe, welche sich 
inmitten der chinesischen 1 Ausstellung befindet. Die Ge- 
fässe mögen so ziemlich alle der Periode vom fünf 
zehnten bis zum siebzehnten Jahrhundert angehören. 
Wo ist irgend etwas unter den modernen Arbeiten 
Chinas, das sich an Schönheit des Colorits, an Gross-
	        
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