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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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sehen Bronzen, die zum grossen Theil dem Dienst des 
Altares gewidmet sind, so von barockem Ornament 
überladen, dass von der geschickten Arbeit wenig Ver 
gnügen übrig bleibt. 
Die japanische Industrie hat sich ohne Frage, 
man kann sagen, besser conservirt als die chinesische. 
Auch sie trägt ihren Zopf, aber mit mehr Wüide. 
Der japanische Künstler — es gibt wenigstens deren 
— ist ein ausserordentlich geschickter Zeichner im 
Kleinen und weiss die verwegensten Verkürzungen und 
Verschränkungen des menschlichen Körpers, z. B. bei 
Akrobaten und Jongleurs, mit der Richtigkeit der Na 
tur in wenigen Strichen wiederzugeben. Diese Natur 
beobachtung hindert ihn aber nicht, die Gesichtei, eines 
wie das andere, in manierirtem Typus darzustellen. 
So wunderbar mischt sich bei ihnen Natur und steife 
Ziererei, man möchte sagen: Byzantinismus. Ihre klei 
nen Nachbildungen von Thieren, von Katzen, Hunden 
und Affen, sind liebenswürdig in ihrer Wahrheit, und 
daneben zeigen die Costümfiguren ihre vornehmen 
Damen im höchsten Grade steif und affectirt, wider 
wärtig affectirt in der erzwungenen, rückgebogenen 
Stellung, in der schiefen Haltung des Kopfes, in der 
Massehhaftigkeit des Kleiderstoffes, der alles andere 
eher als eine menschliche Figur in sich einzuschliessen 
scheint. 
Aber geschickt ist alles, was der Hand des japa 
nischen Künstlers entstammt, und schon durch die Ge 
schicklichkeit allein von unläugbarem Reize. Ihre 
Bronzegefässe, die reiches, freies Ornament, zuweilen
	        
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