MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

— 204 — 
auch höchst energisch gezeichnete Drachenfiguren zur 
Zierde haben, sind ein wahres Vergnügen in Anbe 
tracht der Behandlung der Bronze, des Gusses, der 
Ciselirung und der Färbung. Einige glatte Vasen zei 
gen in Reifen über einander die verschiedenen grün 
lichen, röthlichen oder goldenen Farben töne, welche 
die Japaner ihren Bronzen zu geben wissen. Aber sie 
begnügen sich nicht mit Relief und Färbung, sie über 
ziehen diese Arbeiten noch netzartig mit eingeschla 
genen Silberfäden oder sie bilden die Figuren auf den 
Bronzen in Relief aus solidem Silber, das von oben 
mit Ciselirung und Gravirung bearbeitet ist. 
Den Bronzen zur Seite stehen die noch immer 
unübertroffenen Lackarbeiten, die nur in ihren eigenen 
Vorgängern ihre Sieger haben. Auch hier gibt es des 
Bizarren genug, der unsymmetrischen Bildungen, der 
an unpassender Stelle angebrachten Verzierungen, der 
carricaturartigen Figuren, und dennoch hat ein jedes 
Stück, auch das von heute noch, seinen Reiz, wenn 
man nur das leichte, glatte Stück Arbeit in die Hand 
nimmt. Der Glanz der schwarzen Fläche, die ver 
schiedenen röthlichen oder braunen Töne des Grundes 
mit eingesprenkeltem Goldstaub, die verschiedenen 
Goldtöne, welche neben einander stehen, die wunder 
bare Ausführung im Detail, namentlich in allem dem, 
was im Relief aufgetragen ist, der harmonische An 
blick der ganzen warmen, goldigen Erscheinung, end 
lich auch in vielen Fällen der feine, zierliche Beschlag 
in Stahl und Silber — diese Vorzüge lassen alles, was 
man in Europa davon nachgeahmt hat oder sonst in
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.