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auch höchst energisch gezeichnete Drachenfiguren zur
Zierde haben, sind ein wahres Vergnügen in Anbe
tracht der Behandlung der Bronze, des Gusses, der
Ciselirung und der Färbung. Einige glatte Vasen zei
gen in Reifen über einander die verschiedenen grün
lichen, röthlichen oder goldenen Farben töne, welche
die Japaner ihren Bronzen zu geben wissen. Aber sie
begnügen sich nicht mit Relief und Färbung, sie über
ziehen diese Arbeiten noch netzartig mit eingeschla
genen Silberfäden oder sie bilden die Figuren auf den
Bronzen in Relief aus solidem Silber, das von oben
mit Ciselirung und Gravirung bearbeitet ist.
Den Bronzen zur Seite stehen die noch immer
unübertroffenen Lackarbeiten, die nur in ihren eigenen
Vorgängern ihre Sieger haben. Auch hier gibt es des
Bizarren genug, der unsymmetrischen Bildungen, der
an unpassender Stelle angebrachten Verzierungen, der
carricaturartigen Figuren, und dennoch hat ein jedes
Stück, auch das von heute noch, seinen Reiz, wenn
man nur das leichte, glatte Stück Arbeit in die Hand
nimmt. Der Glanz der schwarzen Fläche, die ver
schiedenen röthlichen oder braunen Töne des Grundes
mit eingesprenkeltem Goldstaub, die verschiedenen
Goldtöne, welche neben einander stehen, die wunder
bare Ausführung im Detail, namentlich in allem dem,
was im Relief aufgetragen ist, der harmonische An
blick der ganzen warmen, goldigen Erscheinung, end
lich auch in vielen Fällen der feine, zierliche Beschlag
in Stahl und Silber — diese Vorzüge lassen alles, was
man in Europa davon nachgeahmt hat oder sonst in