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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Theilnahme des Publicums, das konnte und musste 
man sich Voraussagen, blieben alle Bestrebungen er 
folglos und konnten nur den Geschäftsmann ins Ver 
derben führen. Erwies sich diese ästhetische Specula- 
tion finanziell misslungen, so war sie überhaupt miss 
lungen. 
Trotz dieser verzweifelten Sachlage begannen die 
englischen Führer, man kann genauer sagen, die eng 
lischen Kunstfreunde, den Kampf mit Muth und Energie 
und alsbald auch mit grossartigen Mitteln. Dies ist das 
Resultat der Londoner Weltausstellung, von welcher 
demnach ein heute bereits zum grossen Theil vollzo 
gener Umschwung der modernen Kunstindustrie datirt. 
Die englischen Bestrebungen begannen nicht ohne 
Irrthümer, wie man z. B. darin irrte, dass man in einer 
chamber of Horrors die crassesten Missgeburten des mo 
dernen Geschmacks sammelte und dem Publicum vor 
Augen stellte. Gerade diese wurden mit Vorliebe auf 
gesucht und nachgeahmt. Man musste vielmehr durch 
den Anblick des Edlen und Schönen das Auge zu bil 
den trachten, sowohl das Auge des Künstlers und des 
Arbeiters, wie das des Publicums. Dieser Gedanke ist 
es, welcher die Kunstindustrie-Museen geschaffen, wel 
cher zunächst zur Gründung des South-Kensington- 
Museums geführt hat, das seit dieser Zeit der Mittel 
punkt , die Seele aller englischen Bestrebungen zur 
Reform des Geschmacks wurde, das der Vorführung 
guter Muster eine literarische Agitation hinzugesellte 
und endlich — und das ist der dritte Hauptpunkt — 
eine Bildungsanstalt schuf für erfindende Künstler, die
	        
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