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Opalglase, oder es ist das zu neuem Leben erweckte
gesponnene Filigranglas, welches die Gefässe mit farbigen
Fäden umspinnt, netzartig umkreuzt oder in
Spiralen umwindet. Die Varianten sind zahllos und
oft von äusserster Geschicklichkeit. Eben so vollkommen
ist die Nachbildung der mannigfachsten Edelsteine
und Halbedelsteine, deren reiche Anwendung uns Salviati
an einem tempelartigen Cabinetstück nach den
zierlichsten Mustern der Renaissance vorführt.
Als ein minder gelungenes Genre dagegen betrachten
wir die zahlreichen Spiegel, deren Rahmen ganz
mit Blättern und Blumen von Glas in einem freien
Relief bedeckt sind. Der Effect ist flimmernd und unruhig
und stört die Betrachtung; auch ist hier von der
Schönheit der Form, wie sie sonst die venezianischen
Glasarbeiten auszeichnet, nichts mehr vorhanden. Wir
ziehen diesem Genre, das sehr weise und verständig
behandelt sein muss, wenn man ihm Reiz und Schönheit
abgewinnen will, und das auch nur Arbeiten einer
späteren Zeit von nicht mehr reinem Geschmack nachgebildet
ist, die böhmischen Spiegel mit geschliffenen
Spiegelrahmen vor, wenn anders sie nicht zu barQck
gestaltet sind. Wie schön und edel sich diese böhmische
Art der Spiegel (die, nebenbei gesagt, von
Kunstfreunden gewöhnlich als venezianisch bezeichnet
wird) gestalten lässt, das zeigen in der französischen
Ausstellung einige Beispiele in Renaissanceformen von
der Fabrik von Loremy, Grisey und Comp, in Paris,
so wie einige Spiegel von Lobmeyr, deren schönster
nach Zeichnung von Storck) auch das kais, Zimmer im