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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Glases  als  materielles  Ideal  und  zum  zweiten  die  Decoration
  und  wenigstens  die  Formgebung  durch  den  Schliff
nach  dem  Muster  der  zum  Theil  so  wundervollen  echten
Krystallgefässe  des  16.  Jahrhunderts.  Das  böhmische
Krystallglas  hat  auch  nach  manchen  Versuchen  und
Wandlungen  diesen  Charakter  bewahrt:  es  strebt  stets
nach  möglichster  Reinheit  und  Farblosigkeit.  In  dieser
letzteren  Beziehung  weicht  nur  das  englische  Glas  von
dem  böhmischen  eigenthümlich  ab  und  darauf  gründet
sich  stofflich  wie  künstlerisch  der  Unterschied.  Das
englische  Glas,  das  sogenannte  Flintglas,  ist  bleihaltig
und  erlangt  dadurch  die  Eigenschaft,  bei  krystallinischen
  Formen  in  den  prismatischen  Farben  gleich  dem
Diamanten  zu  spielen.  Ohne  Frage  ist  das  decorativ
^  ein  Reiz,  da  ein  anderer  und  grösserer  Effect  als  mit
dem  einfachen  Bergkrystall  dadurch  ei  zielt  werden
kann:  Geräth  von  dieser  Art  überstrahlt  die  Tafel  mit
farbigen  Lichtern,  statt  mit  weissen  Reflexen.  Die
Engländer  haben  daher  auch  diese  Eigenschaft  ihres
Glases  in  ganz  rationeller  Weise  zur  Decoration  ausgebeutet. ­

Die  Ausstellung  der  englischen  Glasfabrikanten,
unter  denen  James  Green  neben  Pellat  (St  Wood,
Daniell  &  Son  und  Copeland  hervorragt,  ist  nicht  gross,
aber  sie  genügt  völlig,  alle  Eigenthümlichkeiten  kennen
zu  lernen,  und  sie  enthält  ganz  ausserordentlich  schöne
Arbeiten.  Gleich  in  der  erwähnten  Art  der  farbigen
Decoration  können  wir  einen  Fortschritt  sehen.  Dieses
decorative  Princip  nämlich  hebt  in  gewissem  Sinne  die
Form  auf,  einmal,  indem  es  die  Flächen  wie  mit
            
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