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der griechischen Thonvasen zum Vorbilde gedient haben,
während die Ornamentation in den meisten Fällen in
leichten, zierlichen Blätter- und Blumenkränzen be
steht. Die Ausführung dieser Ornamente ist eine
doppelte, entweder durch den Schliff, und das ist
die bei weitem kostbarere Art, oder durch Aetzung.
Letztere Art ist in Frankreich und England sehr viel,
in Böhmen aber sehr wenig oder gar nicht angewen-
det. Nun ist sie allerdings in gewisser Weise einfacher
und billiger, künstlerisch aber kann sie niemals die
Schleifung ersetzen, niemals die gleiche Feinheit und
Delicatesse, den gleichen Reiz für ein Auge er
reichen, das sich nicht mit relativem Effect begnügt,
sondern das Vollkommenste verlangt. Daher denn auch
die Engländer, wenn es sich wirklich um etwas Gutes
handelt, sich des Schliffs bedienen und nicht der
Aetzung, oder neuerdings, wie es Pellat & Wood ver
suchen, die Aetzung durch Schliff zu vervollkommnen
trachten. Es ist nicht der Werth gehöht, weil das
Eine mehr Handarbeit, das Andere mechanisch ist,
sondern die Mechanik erreicht eben nicht die Leistung
der virtuosen Hand und bleibt roh in ihrem Resultat.
Möglicherweise wird auch die Aetzung, die für den
Arbeiter ihre unangenehme Seite hat, alsbald durch
die neue amerikanische Erfindung ersetzt, durch das
sog. Sandgebläse, welches durch angeblasenen Sand
die Zeichnung oder den Grund ausschleift.
In diesen beiden Decorationen ist eigentlich die
ganze Kunst der englischen Glasindustrie enthalten.
Was sie uns sonst noch zeigt, das ist entweder als