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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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billiger Ersatz zu bezeichnen, wie die gepressten Glas- 
gefässe (bei Pellat & Wood), welche die diamantirt 
geschliffenen nachahmen, oder es sind Versuche ohne 
Bedeutung. Als blosser Versuch z. B. ist verschie 
dentlich die Verbindung wirklich gefärbten Glases mit 
den anderen Decorationsweisen zu bezeichnen, bei 
Lustres wie bei Gefässen, und zwar ein Versuch, der, 
Kleinigkeiten ausgenommen, nirgends als ein gelungener 
erscheint. Gerade in der Beschränkung auf die eigen 
tümlichen Reize ihres Materials liegt mit die Stärke 
der englischen Glasindustrie. Doch auf Eines wollen 
wir aufmerksam machen, das freilich leider auf der 
Wiener Ausstellung bei James Green nur sehr schwach 
vertreten ist. Wir meinen eine gewisse Art von Blumen- 
hältern als Tafelaufsätze, davon wir vor zwei Jahren 
in London eine ganze Ausstellung sahen; höchst zier 
liche Glasgebilde, das Schwere nach unten ausgebreitet, 
aufsteigend mit schlanken, auch gedrehten Säulen, oben 
in Vasen und Schalen auslaufend und zierlich gebogene 
Arme nach allen Seiten versendend, an denen Glas 
tropfen, kleine, mit Wasser gefüllte Schalen oder 
körbchenartige Gefässe hängen, alles für Blumen und 
Pflanzen bestimmt, die in schlanken Gräsern auf- 
schiessen, die Säulchen und Arme bekränzen, aus den 
Gefässen und Körbchen herabhängen und über den 
Fuss sich verbreiten, während das blitzende Glas thauig 
dazwischen erglänzt. Wenn das mit wirklichem Ge 
schmack arrangirt ist, so kann man nichts Reizenderes 
und Graziöseres auf der Tafel sehen. Freilich ist das 
Geräth heikler Natur und erfordert zum zarten Ge-
	        
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