218 —
billiger Ersatz zu bezeichnen, wie die gepressten Glas-
gefässe (bei Pellat & Wood), welche die diamantirt
geschliffenen nachahmen, oder es sind Versuche ohne
Bedeutung. Als blosser Versuch z. B. ist verschie
dentlich die Verbindung wirklich gefärbten Glases mit
den anderen Decorationsweisen zu bezeichnen, bei
Lustres wie bei Gefässen, und zwar ein Versuch, der,
Kleinigkeiten ausgenommen, nirgends als ein gelungener
erscheint. Gerade in der Beschränkung auf die eigen
tümlichen Reize ihres Materials liegt mit die Stärke
der englischen Glasindustrie. Doch auf Eines wollen
wir aufmerksam machen, das freilich leider auf der
Wiener Ausstellung bei James Green nur sehr schwach
vertreten ist. Wir meinen eine gewisse Art von Blumen-
hältern als Tafelaufsätze, davon wir vor zwei Jahren
in London eine ganze Ausstellung sahen; höchst zier
liche Glasgebilde, das Schwere nach unten ausgebreitet,
aufsteigend mit schlanken, auch gedrehten Säulen, oben
in Vasen und Schalen auslaufend und zierlich gebogene
Arme nach allen Seiten versendend, an denen Glas
tropfen, kleine, mit Wasser gefüllte Schalen oder
körbchenartige Gefässe hängen, alles für Blumen und
Pflanzen bestimmt, die in schlanken Gräsern auf-
schiessen, die Säulchen und Arme bekränzen, aus den
Gefässen und Körbchen herabhängen und über den
Fuss sich verbreiten, während das blitzende Glas thauig
dazwischen erglänzt. Wenn das mit wirklichem Ge
schmack arrangirt ist, so kann man nichts Reizenderes
und Graziöseres auf der Tafel sehen. Freilich ist das
Geräth heikler Natur und erfordert zum zarten Ge-