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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Zeichnungen herrühren, gelingen kann. Da die Gegen 
stände mit der gleichen Vollkommenheit und Feinheit 
ausgeführt sind (der Schliff von Eisert in der Raffinir- 
anstalt Lobmeyrs, die Metall- und Emailarbeit von 
Ratzersdorfer), da auch das Material aus der Fabrik 
von Meyrs Neffen das beste ist, was heute geschaffen 
wird, so tragen wir gar kein Bedenken, diese Arbeiten 
als das Schönste und Edelste zu bezeichnen, was die 
moderne Glasindustrie, soweit die Ausstellungen uns 
ein Urtheil gestatten, Frankreich und England nicht 
ausgenommen, geleistet hat. 
Es ist bei diesem Service für denjenigen, der 
decorative Finessen beachtet, noch Eines zu bemerken. 
Aul den meisten anderen ähnlichen Arbeiten sind die 
Verzierungen jeder Art durchgängig matt geschliffen, 
wodurch sie vom blanken Grund sich stärker abheben, 
aber auch die Eigentümlichkeit des Krystalls, den 
Glanz und das Licht, einbüssen. Hier sind sie wie auf 
den alten Krystallen im sogenannten polirten Schliff 
gehalten, d. h. sie sind in allen ihren Tiefen auspolirt 
wie die Oberfläche, wodurch einerseits das Lichterspiel 
\iel feiner, zarter und reizender, andererseits die pla 
stische Bewegung in der Frucht, im Blatt, in der 
Figur, mögen sie noch so klein sein, unendlich leben 
diger geworden. Nur so erkennt man erst die Feinheit 
der Zeichnung und die Vortrefflichkeit der Arbeit. Es 
werden sich wenige Kunstschleifer in den böhmischen 
Fabriken finden, welche den Schliff so wie Eisert aus 
zuführen vermocht hätten.
	        
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