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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Wenn  wir  bisher  auf  das  farblose,  reine  Krystallglas
  den  Hauptnachdruck  gelegt  haben,  so  wollen  wir
darum  das  gefärbte  oder  farbig  decorirte  nicht  verwerfen
Nur  muss  es  allerdings  gänzlich  anders  werden,  als  es
“h“  Bohmen  geübt  wurde  und  durch  alle  Lande
als  Geschmackshebhaberei  der  ungebildeten  Menge  ging
W,r  wollen  die  Fehler  alle  hier  nicht  wiederholen,  dfe
wir  zu  unserem  Bedauern  noch  massenhaft  auf  der  Ausstellung ­
  sehen.  Und  sehr  häufig  sind  gerade  diejenigen
tucke,  welche  als  Paradepferde  der  Ausstellung  dienen
die  allerverwerflichsten.  Dahin  rechnen  wir  auch  die
grossen  und  kleinen  Vasen  mit  figürlichen  Malereien
mit  historischen  Gemälden,  mit  Genrebildern,  mit  den
Brustbildern  schöner  Frauen,  deren  Schönheit,  wie  gross
sie  immer  sein  mag,  deren  Malerei,  wie  vollendet  auch
immer  das  ganze  Genre  vor  der  Verwerfung  nicht
retten  kann.  Fragt  nur  den  Kunstfreund  und  ihr  werdet
sehen,  er  nimmt  sich  den  einfachen  altdeutschen  Humpen ­
  mit  dem  Reichswappen  in  roher  Emailmalerei  und
lasst  eure  sechs  Schuh  hohen  Vasen  stehen  und  würdigt
ie  kunstgerechten,  figurenreichen  Bilder  darauf  vielleicht ­
  keines  Blickes.  Und  er  hat  völlig  Recht.  Ihr
schiesst  über  das  Ziel  hinaus,  ihr  treibt  hohe  Kunst
am  Unrechten  Orte,  wo  es  sich  einfach  um  Decoration
und  Stoff-  und  zweckgemässe  Bildung  handelt.  Arbeiten
cieser  Art  verderben  ein  künstlerisch  eingerichtetes
Zimmer  und  schmücken  es  nPcht.  Es  kann  das  nicht
oft  genug  gesagt  werden.
Suchen  wir  nach  neuen  Wegen  und  Beispielen  von
ge  arbtem  Glase,  dessen  Reize  wir  den  Gefässen  und
            
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