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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Originell wie immer, wenn man das Festhalten 
an der alten Tradition des Hauses noch Originalität 
nennen kann, ist die altberühmte Fabrik von Wedg 
wood. Sie hat nicht so grossartig ausgestellt wie vor 
zwei Jahren in London und hat namentlich die grossen 
Gegenstände zu Hause gelassen, aber sie hat recht 
daran gethan. Für ihre specielle Weise der imitirten 
Cameen in weiss auf blauem, grünlichem, röthlichem 
und schwarzem Grunde passt nur das Kleine; die 
Gegenstände werden hart und reizlos in grossen Vasen, 
Gefässen und Aufsätzen. Art, Gegenstände der Orna- 
mentation, Formen der Gefässe, all das gehört übrigens 
noch der Zeit an, als der alte Thomas Josiah Wedg 
wood und Flaxman in »Etruria« das Genre schufen. 
Die Fabrik hat ausserdem nur noch die Gefässe von 
gelblichem Thon mit den virtuosen, echt französisch 
ausgeführten Malereien von Lessore und einige majolika- 
artige Schalen ausgestellt. Auch die »Royal Worcester 
Works« scheinen es neben vielem Anderen auf gewisse 
Specialitäten abgesehen zu haben, so ihre kleinen figür 
lichen Gegenstände aus rothbraunem Thon mit blauer 
Glasur der Gewandung und ihre vielbewunderten Elfen 
bein-Imitationen. Die ersteren Gegenstände sind decorativ 
wohl verwendbar, aber sie sehen doch nur wie eine 
vorühergehende Caprice aus, und was die anderen 
betrifft, so ist der Ton des Elfenbeins allerdings gut 
nachgeahmt — das ist aber auch alles Verdienst; die 
Gegenstände selbst sind chinesisch bizarr. 
Unter den französischen Faiencen gibt es 
auch bizarre Gegenstände — der Franzose verleugnet
	        
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