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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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zellanvasen der königlichen Manufacturen stehen in ver 
einsamter Grösse da, als Denkmäler der Erinnerung für 
eine vergangene Zeit und einen vergangenen Geschmack. 
Vielleicht würde Sevres ihnen mit ähnlichen Arbeiten 
Gesellschaft leisten, wenn nicht die Wucht der Begeben 
heiten es fast ganz fern gehalten hätte. Wir sehen 
nur in der Kunsthalle zerstreut einige grosse Vasen, 
die wohl meist älteren Datums sind und den heutigen 
Stand der Fabrik nicht charakterisiren. So wie die 
Dinge heute stehen, ist das Porzellan auf den eigent 
lichen Gebrauch von Tisch und Tafel reducirt, ein 
Gebiet, das ihm nicht genommen werden kann, w’eil 
es hier mit seinem eleganten Aeussern Vorzüge der 
Solidität, Sauberkeit und Nettigkeit vereinigt, welche 
das Faiencegeschirr mit seinem roheren und unvoll 
kommeneren Material niemals wird erreichen können. 
Wer dieses Kaffee-, Thee- und Speisegeschirr in der 
angemessensten Weise zu formen und zu decoriren 
versteht, dass es für sich Reize gewährt, gefällig die 
Tafel schmückt und dabei zweckmässig bleibt, der 
scheint uns heute in der Porzellanfabrication den Preis 
zu verdienen. Die Gewaltstücke, die Riesenvasen, die 
kunstvollen Gemäldecopien, und seien sie selbst nach 
Rafael, sind nicht mehr zeitgemäss. 
Das französische und das englische Porzellan be 
finden sich in der Hauptsache heute auf diesem Stand 
punkte. Wir schliessen dabei nach dem, was wir sehen, 
und dieses gehört im Wesentlichen dem Gebrauche an 
und hält sich in den Grenzen des Feineren und Zarteren. 
Wir rechnen dahin auch die kleinen Blumenvasen
	        
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