247
thun, bei Minton, Mortlock, Copeland, Daniell u. s. w.,
manche reizende Gegenstände in jenem Genre von un-
gemeiner Zartheit und Schönheit der Farben, z. B. in
Rose Dubarry, Sevres-Grün, Türkisen-Blau und Königs-
Blau. Wir sehen ferner für das Speisegeräth eine
Fülle stilisirter, wohlabgewogener Randornamente,
theils in älterer Sevres-Art, theils auch nach Alt-Wiener
Mustern, selbst mit dem dieser Fabrik eigenthümlichen
erhabenen Golde. Eine Fabrik (Daniell & Son) hat
noch eine andere, in eigenthümlicher Weise ausgeführte
Golddecoration auf kobaltblauem Grund als Neuerung
hinzugefügt. Auch die weissen gehöhten Emailperlen
bilden in Kränzen, Schnüren und Gehängen ein be
liebtes Motiv.
All das ist höchst rühmenswerth, aber um so
überraschender ist es, daneben eine Menge der capri-
ciösesten Gegenstände zu sehen, die oft reine Absur
ditäten sind und leider, wenn wir uns der letzten Aus
stellungen erinnern, namentlich der Londoner von 1871,
zuzunehmen scheinen. Ich will nicht von den grossen,
übrigens vortrefflich, wie alles, ausgeführten Blättern
und Blumen reden, welche die Teller bedecken, noch
von den Figuren und Landschaften , welche das
Innere der Speiseteller erfüllen; wenn aber die Fhee-
tassen aus Tulpen oder Seerosen, die Schalen aus ihren
Blättern gebildet sind, so sollte das für Fabriken dieses
Ranges ein überwundener Standpunkt sein. Schlimmer
aber ist es, wenn auf den Tellern Fächer gemalt sind,
als ob sie — wie ein Stück Torte zum Speisen —
natürlich darauf lägen, oder gar die Unterschalen der
20*