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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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thun, bei Minton, Mortlock, Copeland, Daniell u. s. w., 
manche reizende Gegenstände in jenem Genre von un- 
gemeiner Zartheit und Schönheit der Farben, z. B. in 
Rose Dubarry, Sevres-Grün, Türkisen-Blau und Königs- 
Blau. Wir sehen ferner für das Speisegeräth eine 
Fülle stilisirter, wohlabgewogener Randornamente, 
theils in älterer Sevres-Art, theils auch nach Alt-Wiener 
Mustern, selbst mit dem dieser Fabrik eigenthümlichen 
erhabenen Golde. Eine Fabrik (Daniell & Son) hat 
noch eine andere, in eigenthümlicher Weise ausgeführte 
Golddecoration auf kobaltblauem Grund als Neuerung 
hinzugefügt. Auch die weissen gehöhten Emailperlen 
bilden in Kränzen, Schnüren und Gehängen ein be 
liebtes Motiv. 
All das ist höchst rühmenswerth, aber um so 
überraschender ist es, daneben eine Menge der capri- 
ciösesten Gegenstände zu sehen, die oft reine Absur 
ditäten sind und leider, wenn wir uns der letzten Aus 
stellungen erinnern, namentlich der Londoner von 1871, 
zuzunehmen scheinen. Ich will nicht von den grossen, 
übrigens vortrefflich, wie alles, ausgeführten Blättern 
und Blumen reden, welche die Teller bedecken, noch 
von den Figuren und Landschaften , welche das 
Innere der Speiseteller erfüllen; wenn aber die Fhee- 
tassen aus Tulpen oder Seerosen, die Schalen aus ihren 
Blättern gebildet sind, so sollte das für Fabriken dieses 
Ranges ein überwundener Standpunkt sein. Schlimmer 
aber ist es, wenn auf den Tellern Fächer gemalt sind, 
als ob sie — wie ein Stück Torte zum Speisen — 
natürlich darauf lägen, oder gar die Unterschalen der 
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