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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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zeitig sind auch in anderen Landern dieselben Bestre 
bungen mehrfach zur That geworden. In Russland sind 
bereits seit mehreren Jahren die Museen in Moskau 
und Petersburg mit ihren Schulen thätig; in Stockholm 
ist mit geringen Mitteln der Anfang eines Museums 
von Vorbildern für die Kunstindustrie muthig gemacht 
worden; in Italien trägt man sich trotz aller vorhan 
denen Kunstschätze nunmehr ernstlich mit der Grün 
dung eines grossen Kunstindustrie-Museums zu Rom 
und selbst in Nord-America tritt das Bedürfniss und 
das Bestreben um Museen und ihre Schulen an meh 
reren Orten gleichzeitig mit grosser Lebhaftigkeit hervor. 
So ist die Reform des Geschmacks und der Kunst 
industrie auf dem Wege der Lehre und des Unterrichts 
eine Culturfrage unserer Zeit geworden, ja sie ist schon 
über den Standpunkt der Frage hinaus, denn sie ist 
lebendige Thatsache. Der Geschmack ist heute in voller 
Wandlung begriffen und kein Zweig der Industrie, kein 
Land, selbst Frankreich nicht — ja dieses heute am 
allerwenigsten — kann sich der Wandlung entziehen. 
In welcher Weise aber diese Reform sich von ästheti 
scher Seite vollzieht, welches ihre künstlerischen Merk 
male sind, im Gegensatz gegen die frühere Weise und 
den bis dahin herrschenden französischen Geschmack, 
das werden wir in den beiden nächsten Kapiteln er 
örtern. 
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