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Gegenstände bleiben, weil sie ihre eigentümlichen,
eben so historischen wie decorativen Reize haben und
ganz mit der Natur des Porzellans in Einklang sind.
Auch sind die Wiederholungen gut, wenn sie auch den
alten Mustern nicht immer gleichkommen, weder an
Schärfe und Pikanterie der Formen, noch an Harmonie
der Farben. Doch sollte eine königliche Fabrik auch
in origineller Erfindung vorangehen. Allerdings ganz
ist ihre Fabrication nicht auf das Rococo beschränkt.
Eine Anzahl schwarzblauer Vasen und Gefässe mit
zierlichen figürlichen Darstellungen en cama'ieu, die
etwa den Limosiner Emails des sechszehnten Jahrhunderts
nachgeahmt sind und unseres Wissens von
der Meissner Fabrik zuerst gemacht wurden, bilden ein
hübsches, anmutiges Genre. Von einigen grösseren antikisirenden
Vasen mit Malereien lässt sich nichts Anderes
sagen wie von den Berlinern, und noch weniger liegen
Teller mit Copien nach Metzu, Dow, Terburg in der
Aufgabe einer Porzellanfabrik von dieser Art.
Wenn man diese Staatsfabriken als Kunstanstalten
in dem Sinne betrachtet, dass sie einem edlen Fabricationszweige,
der nur zu leicht vom ordinären Geschmack
der Menge sich verleiten lässt, Führung und
Richtung geben, Halt und Muster sein sollen, so kann •
man wohl kaum sagen, dass sie ihre Aufgabe erfüllen.
Sie gefallen sich in einsamer Grösse und vereinsamtem
Charakter; dass sie der Strömung der Zeit Verständnis
entgegentragen, dass sie mit frischem Leben, mit
gesunden Ideen vorangehen und neue Bahnen weisen,
lässt sich schwer behaupten.