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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Frischer und lebendiger zeigt sich das österreichi 
sehe Porzellan. Man merkt ihm wenigstens an, dass 
es den Hauch der Zeit verspürt und sich darnach umzu 
gestalten trachtet. Es gibt zwei richtige Arten der 
Decoration für Gelässe dieser Art. Die eine ist die 
chinesisch-japanische, welche in der Regel das ganze 
Gefäss so mit dem Ornament überzieht, gewissermassen 
überrankt, dass der Anblick des Ganzen ein harmonisch 
farbiger, rein decorativer ist; die andere bildet die 
Form aus und schliesst das Ornament an die Glieder 
und Bildungen der Form an. Diese, dem europäischen 
Kunstcharakter mehr entsprechende Art zeigt das neue 
österreichische Porzellan und zwar mit Ornamenten, 
welche sich an die Weise der Wiener Fabiik vom 
Ende des vorigen Jahrhunderts anlehnen. 
Alle Fabriken zeigen Muster davon. Wenn in 
dieser Richtung unter den Künstlern A. Hauser, 
Docent am österreichischen Museum, besonders thätig 
ist, so ist es die Fabrik Haas & Czizek in Schlaggen 
wald, welche am consequentesten den neuen Weg be 
tritt. Ihre Ausstellung zeigt eine Reihe schöner Motive 
und die meiste Harmonie. Einzelne gelungene Bei 
spiele geben auch die Fabrik von Albin Denk, die 
Thun’sche zu Klösterle und auch die zu Pirkenhammer 
von F’ischer und Mieg, die übrigens, wie wir schon 
an anderer Stelle ausgesprochen haben, mit ihren 
Malereien auf schweren Vasen und sonstigen Malereien 
auf dem veralteteu, heute aus der Mode gekommenen, 
französischen Standpunkt steht. Gerade ihre Pracht 
stücke sind ihr Unglück.
	        
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