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Frischer und lebendiger zeigt sich das österreichi
sehe Porzellan. Man merkt ihm wenigstens an, dass
es den Hauch der Zeit verspürt und sich darnach umzu
gestalten trachtet. Es gibt zwei richtige Arten der
Decoration für Gelässe dieser Art. Die eine ist die
chinesisch-japanische, welche in der Regel das ganze
Gefäss so mit dem Ornament überzieht, gewissermassen
überrankt, dass der Anblick des Ganzen ein harmonisch
farbiger, rein decorativer ist; die andere bildet die
Form aus und schliesst das Ornament an die Glieder
und Bildungen der Form an. Diese, dem europäischen
Kunstcharakter mehr entsprechende Art zeigt das neue
österreichische Porzellan und zwar mit Ornamenten,
welche sich an die Weise der Wiener Fabiik vom
Ende des vorigen Jahrhunderts anlehnen.
Alle Fabriken zeigen Muster davon. Wenn in
dieser Richtung unter den Künstlern A. Hauser,
Docent am österreichischen Museum, besonders thätig
ist, so ist es die Fabrik Haas & Czizek in Schlaggen
wald, welche am consequentesten den neuen Weg be
tritt. Ihre Ausstellung zeigt eine Reihe schöner Motive
und die meiste Harmonie. Einzelne gelungene Bei
spiele geben auch die Fabrik von Albin Denk, die
Thun’sche zu Klösterle und auch die zu Pirkenhammer
von F’ischer und Mieg, die übrigens, wie wir schon
an anderer Stelle ausgesprochen haben, mit ihren
Malereien auf schweren Vasen und sonstigen Malereien
auf dem veralteteu, heute aus der Mode gekommenen,
französischen Standpunkt steht. Gerade ihre Pracht
stücke sind ihr Unglück.