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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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schiesst er Blitze aus und jeder Blitz fängt momentan 
das Auge und ist wieder verschwunden. Und darin 
besteht noch dazu seine Schönheit. Die Kunst aber 
verlangt Ruhe, Ruhe der Wirkung und Ruhe der 
Betrachtung. 
Daraus geht denn wohl hervor, dass es für den 
Juwelier, will er den Stein künstlerisch und nicht bloss 
als Rohmaterial verwenden, mancherlei zu denken und 
zu bedenken gibt. Der Diamantschleifer hat keine 
andere Aufgabe, als das im Steine schlummernde Feuer 
zur höchsten Kraft zu entwickeln, aber der Juwelier 
— er soll freilich das Feuer bewahren, aber es einer 
künstlerischen Absicht unterwerfen. 
Von diesem Standpunkt aus müssen wir nun die 
überwiegende Anzahl des Diamantschmucks auf der 
Ausstellung und darunter die kostbarsten Gegenstände 
für verfehlt betrachten. Die Kunst hat wenig mit ihnen 
zu thun; die Kunst des Juweliers erhebt sich in den 
meisten Fällen nicht über den Standpunkt des Diamant 
schleifers. 
Wie gesagt, der Juwelier soll das Feuer und die 
Kraft seines Steines wohl der Kunst dienstbar machen, 
aber in keiner Weise abschwächen oder vernichten, viel 
mehr, wenn es möglich ist, sie erhöhen. Denn entweder 
ist das Feuer des Diamanten eine gute Eigenschaft, dann 
muss sie auch möglichst entwickelt werden, oder sie 
ist es nicht, und dann ist der Stein überschätzt und 
für die Kunst untauglich. In dieser Beziehung nun 
scheinen uns die modernen Juweliere den alten gegen 
über recht zu haben, wenn sie den Diamanten in Silber
	        
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