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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Rosenknospe so gut wie gar keine Wirkung haben. 
Man sieht vor dem Geflimmer nicht die Rose, son 
dern nur einen Klumpen von Steinen und es ist, als 
ob die Strahlen sich gegenseitig aufhöben, sich neu- 
tralisirten. 
Prüfen wir den Pariser Schmuck von diesem 
Gesichtspunkt aus, z. B. eine Rose bei Otterbourg oder 
den ähnlichen Schmuck bei Mellerio oder bei öster 
reichischen Juwelieren, wie Granichstädten, Emil Bie 
dermann, so werden wir überall zu demselben Re 
sultat kommen. Ein mit Diamanten besetztes Blatt 
ist kein Blatt mehr, weil völlig ohne Bewegung und 
ohne sein eigenthümliches Leben ; unter dem un 
ruhigen Gefunkel bleibt nur eine unschöne, sinnlose 
Figur übrig. Nur diejenigen Blumen halten noch 
Stand, welche in sich schon stilisirt, welche sternförmig 
und strahlenartig sind, denn damit stehen sie eben in 
Harmonie mit den gleichen Eigenschaften des Dia 
manten. 
Wir kommen hiemit auch auf das rechte Princip 
für die Zeichnung, denn nicht alle Zeichnungen, auch 
wenn regelmässig und stilvoll gehalten, sind gleich 
gut für den Diamanten. Diejenigen sind seiner Natur 
am homogensten, welche das Stern- und Strahlen 
artige zum Princip , zu einem klar durchgeführten 
Princip machen, denn dadurch bezwingen sie seine 
Unruhe, dass sie den Strahl seiner Blitze und die 
Linien der Zeichnung gewissermassen in dieselbe Bahn 
lenken. So dem Gesetz, der künstlerischen Absicht 
unterworfen, vermag auch der Diamant ein edles
	        
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