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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Gmünd, Pforzheim, die Schmuckarbeiten als Export 
artikel für die Welt fast monopolisirt haben. 
Zunächst sind es wohl heute zwei Staaten, die 
künstlerisch rivalisirend in diesem Industriezweige auf- 
treten und die herrschenden oder leitenden Formen 
angeben, wenn wir von speciellen oder nationalen 
Landeseigenthümlichkeiten absehen. Das sind Frank 
reich und Italien, von denen man wohl sagen kann, 
dass jenes die Mode vertritt, dieses aber den absoluten 
Standpunkt, doch gilt das nur ganz im Allgemeinen 
zu oberflächlicher Charakterisirung. Bis vor wenigen 
dahren noch kam hier Italien gar nicht oder sehr wenig 
in Frage. Frankreich gab allein die Mode an, welcher 
die Juweliere und Goldschmiede des übrigen Europa 
folgten. Diese Mode bestand nicht in der wechselnden 
oder dauernden Imitation irgend eines ehemals herr 
schenden Kunststils, sondern die Phantasie des fran 
zösischen Künstlers ersann sich selber ihre Formen, 
die höchstens im 18. Jahrhundert Anklänge fanden, im 
IJebrigen aber mit der Goldschmiedekunst vergangener 
Zeiten nichts zu thun hatten. Wie dieser französische 
Schmuck beschaffen war, das sehen wir noch aus zahl 
reichen Ueberresten, die mindestens zur guten Hälfte 
noch den ordinären Markt aller Culturländer beherr 
schen. Zu ihnen gehören die blanken Armbänder und 
Brochen mit einem vereinzelten Stein in der Mitte, zu 
ihnen die Medaillons mit einem schrägen Band von 
Gold oder Steinen darüber, zu ihnen die Armbänder 
in Manchettenform, die zahllosen Riemen und Schnallen, 
Bänder und Schleifen, Hufeisen und Pferdeköpfe u. s. w.
	        
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