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Wir brauchen das nur anzudeuten, um das ganze Genre,
das wir der Kürze halber als Manchettenstil bezeichnen
wollen, hinlänglich zu charakterisiren. Leider finden
wir auf der ganzen Ausstellung, Frankreich und Italien
zum grossen Theil ausgenommen, kaum einen modernen
Schmuckkasten, der nicht mehr oder minder und mit
unter völlig durch Arbeiten dieser Art entstellt wäre.
Am schlimmsten hauset das Genre wohl noch in
der Collectivausstellung der genannten deutschen Städte
sowie in der Collectivausstellung der kleineren Wiener
Goldschmiede, aber selbst so gediegene Fabriken wie
die des Dänen Christesen sind nicht frei davon. Die
unheilvollste Wirkung dieses Modegeschmackes war
die, dass eigentlich alle feinere Technik, das Treiben,
Emailliren, Ciseliren, Nielliren, sodann die zierliche
Fassung und vor allem auch jede figürliche Orna-
mentation darüber verloren gingen. Unter solchen Um
ständen waren immer noch die besten Arbeiten die
jenigen, welche sich im naturalistischen Geschmack
hielten, weil es hier doch wenigstens irgend Bewe
gung und Leben gab, wenn es auch kein echt künst
lerisches ist.
Da trat nun dieser gänzlich werthlosen Art die
Imitation des antiken Goldschmuckes entgegen, und
zwar aus zwei Quellen. Einmal war es die aus Rom
nach Paris gewanderte Campana-Sammlung, welche den
Pariser Goldschmieden und Juwelieren auf einmal neue
Ideen gab und durch sie antike Schmuckformen in
Mode brachte. Das war nun in der That insoferne ein
grosser Fortschritt, als der Schmuck wieder Reiz, Fein-