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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Wir brauchen das nur anzudeuten, um das ganze Genre, 
das wir der Kürze halber als Manchettenstil bezeichnen 
wollen, hinlänglich zu charakterisiren. Leider finden 
wir auf der ganzen Ausstellung, Frankreich und Italien 
zum grossen Theil ausgenommen, kaum einen modernen 
Schmuckkasten, der nicht mehr oder minder und mit 
unter völlig durch Arbeiten dieser Art entstellt wäre. 
Am schlimmsten hauset das Genre wohl noch in 
der Collectivausstellung der genannten deutschen Städte 
sowie in der Collectivausstellung der kleineren Wiener 
Goldschmiede, aber selbst so gediegene Fabriken wie 
die des Dänen Christesen sind nicht frei davon. Die 
unheilvollste Wirkung dieses Modegeschmackes war 
die, dass eigentlich alle feinere Technik, das Treiben, 
Emailliren, Ciseliren, Nielliren, sodann die zierliche 
Fassung und vor allem auch jede figürliche Orna- 
mentation darüber verloren gingen. Unter solchen Um 
ständen waren immer noch die besten Arbeiten die 
jenigen, welche sich im naturalistischen Geschmack 
hielten, weil es hier doch wenigstens irgend Bewe 
gung und Leben gab, wenn es auch kein echt künst 
lerisches ist. 
Da trat nun dieser gänzlich werthlosen Art die 
Imitation des antiken Goldschmuckes entgegen, und 
zwar aus zwei Quellen. Einmal war es die aus Rom 
nach Paris gewanderte Campana-Sammlung, welche den 
Pariser Goldschmieden und Juwelieren auf einmal neue 
Ideen gab und durch sie antike Schmuckformen in 
Mode brachte. Das war nun in der That insoferne ein 
grosser Fortschritt, als der Schmuck wieder Reiz, Fein-
	        
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