— 269
überhaupt in erster Linie vor allen übrigen Staaten.
Daneben aber zeigt Italien noch manche andere, bereits
altbekannte und ihm eigenthümliche Species von Schmuckgegenständen,
vor allen seinen kleinen Mosaikschmuck
und seine als Schmuck gefassten Cameen. Auf jene
Arbeiten, als einen Zweig der Mosaik bildend, kommen
wir noch später insbesondere zu sprechen. Beide
Zweige, Mosaik und Cameen, haben durch das Studium
des antiken Goldschmuckes insofern gewonnen, als ihre
Goldfassung bei weitem zierlicher und angemessener
geworden ist. Sodann erscheint noch als Eigenthümlichkeit
Italiens der Korallenschmuck, um so mehr
italienisch, als zu diesem Schmuck, soll er seine rechte
angemessene Wirkung üben, ein brauner Nacken und
schwarzdunkles Haar gehören. Es ist kein Schmuck
für die blonde Race. Prüfen wir kritisch die Gegenstände,
die uns von mehreren Korallenfabrikanten ausgestellt
sind, so werden wir auch hier die Bemerkung
machen, dass der unregelmässig componirte und zusammengesetzte
Schmuck eine bei weitem bessere Wirkung
macht als der regelmässige, bei dem die Koralle etwas
von ihrer ursprünglichen Form behalten hat. Wir
können uns auch auf den Korallenschmuck der Lady
Dudley im Kasten von Hancock berufen. Endlich haben
wir als italienischer Specialität noch des populären
Filigranschmuckes zu gedenken, dessen Hauptsitz heute
Genua ist. Eine reiche Ausstellung lässt uns erkennen,
wie diese Arbeiten aus gebogenen und gekörnten, auch
vergoldeten Silberfäden, die vor wenigen Jahren nur
noch Volksschmuck waren, heute zum Industriezweige,
21