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der eine Fülle verschiedenartiger Gegenstände schafft,
geworden sind. Künstlerisch hat er kaum dadurch ge
wonnen und oftmals geht er auch ganz und gar irre,
wie z. B. wenn er sogar eine Portraitbüste macht; der
Eindruck ist der eines gestrickten und ausgestopften
Strumpfes. Den gleichen Standpunkt eines Industrie
zweiges, wenn auch nicht die gleiche Vielseitigkeit,
haben die portugiesischen und auch die norwegischen
Filigi anarbeiten erreicht, während die übrigen, wie die
Salzburger, die der unteren Donau-Länder, noch an
der Verwendung für den nationalen Schmuck allein
festhalten. Wir haben schon verschiedentlich Gelegen
heit gehabt, darüber zu sprechen.
Mustern wir den französischen Schmuck in seiner
Gesammterscheinung auf der Ausstellung, so werden
wi' wahrnehmen, dass die Juwelen vor den reinen
Goldarbeiten überwiegen. Die letzteren sind wenig zahl
reich; die besten darunter sind von Fontenay in antiker
Art und nähern sich den Arbeiten der Italiener. Wir
machen ferner die Bemerkung, dass der oben geschil
derte Manchettenstil in Frankreich, wenigstens auf der
Ausstellung, so gut wie nicht mehr vorhanden ist.
In Deutschland werden wir noch warten müssen auf
seinen Sterbetag. Im Uebrigen erscheint die Bijouterie
brankieichs, wie wir schon in der ersten Abtheilung
Gelegenheit hatten zu bemerken, äusserst vielseitig, nach
dem Kunststil wie nach den Arten. Wir finden vertreten
die Korallenarten und Cameen Italiens und zwar gut
veitieten, zum Theil selbst mit italienischen Namen
(Giobertini und Barri), wir finden den glänzenden