MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

— 270 — 
der eine Fülle verschiedenartiger Gegenstände schafft, 
geworden sind. Künstlerisch hat er kaum dadurch ge 
wonnen und oftmals geht er auch ganz und gar irre, 
wie z. B. wenn er sogar eine Portraitbüste macht; der 
Eindruck ist der eines gestrickten und ausgestopften 
Strumpfes. Den gleichen Standpunkt eines Industrie 
zweiges, wenn auch nicht die gleiche Vielseitigkeit, 
haben die portugiesischen und auch die norwegischen 
Filigi anarbeiten erreicht, während die übrigen, wie die 
Salzburger, die der unteren Donau-Länder, noch an 
der Verwendung für den nationalen Schmuck allein 
festhalten. Wir haben schon verschiedentlich Gelegen 
heit gehabt, darüber zu sprechen. 
Mustern wir den französischen Schmuck in seiner 
Gesammterscheinung auf der Ausstellung, so werden 
wi' wahrnehmen, dass die Juwelen vor den reinen 
Goldarbeiten überwiegen. Die letzteren sind wenig zahl 
reich; die besten darunter sind von Fontenay in antiker 
Art und nähern sich den Arbeiten der Italiener. Wir 
machen ferner die Bemerkung, dass der oben geschil 
derte Manchettenstil in Frankreich, wenigstens auf der 
Ausstellung, so gut wie nicht mehr vorhanden ist. 
In Deutschland werden wir noch warten müssen auf 
seinen Sterbetag. Im Uebrigen erscheint die Bijouterie 
brankieichs, wie wir schon in der ersten Abtheilung 
Gelegenheit hatten zu bemerken, äusserst vielseitig, nach 
dem Kunststil wie nach den Arten. Wir finden vertreten 
die Korallenarten und Cameen Italiens und zwar gut 
veitieten, zum Theil selbst mit italienischen Namen 
(Giobertini und Barri), wir finden den glänzenden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.