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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Käferschmuck Indiens und Brasiliens, einen vortreff 
lichen Nephritschmuck in indischer Art, mit Email und 
Steinen verziert, und eine ziemliche Fülle emaillirten 
türkischen Schmucks, freilich von unechter Art. Sehr 
häufig ist die Verwerthung kleiner zierlicher Email 
malereien auf weissem Grunde für Schmuckgegen 
stände, sowie überhaupt die französischen Bijouterien, 
sei es durch Email, sei es durch die Zusammenstellung 
der Steine, farbiger erscheinen als die der übrigen 
Staaten (Indien ausgenommen), wogegen sie das Gold 
mit seinem blanken, gelben Effect zurücktreten lassen. 
Das ist auch ganz richtig, wenn nicht das Gold selbst, 
das für Relief so ausserordentlich geeignet ist, formell 
und ornamental so reich gestaltet wird, wie es eben 
durch die Italiener nach dem Muster der Antike 
geschieht. Charakteristisch in dieser farbigen Richtung 
der französischen Bijouterien sind vor allem die Ar 
beiten der Firma Pavilie und Pavie. 
Zeigen die französischen Bijouterien immer einen 
gewissen Charakter oder eine Specialität ihres Urhebers, 
so ist das bei den englischen nicht der Fall. Wir haben 
hier eigentlich nur einen nennenswerthen Aussteller, 
den schon öfters erwähnten Hancock, der aber mit der 
Grossartigkeit seiner Ausstellung für die fehlenden 
entschädigt. Auch er lässt dasselbe Bestreben erkennen, 
wie z. B. die englischen Faience-Fabrikanten, in seinem 
Zweige eben alles, auch das Verschiedenste machen zu 
wollen, und besitzt dafür weder Originalität, noch 
Specialität. Alle Stile sind bei ihm vertreten, die 
italienischen, die französischen wie die deutschen Ar- 
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