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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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neu war, aber wie sie uns heute erscheint, vom Alter 
abgeschliffen und gedämpft, so gibt sie ihren Gegen 
ständen die angenehmste warme Färbung, ohne durch 
den grellen Glanz der Politur das getriebene Relief 
zu stören. Uns ist eine ähnliche Behandlung auch 
für das moderne Silber immer als die entsprechendste 
Weise erschienen. Die moderne Kunst aber hat oder * 
hatte vielmehr nach und nach die Vergoldung so gut 
wie aufgegeben. 
Dass sie dennoch über ihre Behandlung des Sil 
bers selbst ganz und gar in Zweifel ist, dass sie den 
Mangel fühlt, der dem Material anhängt, das zeigen 
eben auf der Ausstellung die mannigfachen Versuche, 
seine Oberfläche zu ändern, zumal dann, wenn es 
sich um aussergewöhnliche Arbeiten handelt, die mehr 
Kunstansprüche erheben. 
Die gewöhnlichste Art der Behandlung — und 
sie findet bei dem meisten Geschirr für den Theetisch 
und die Tafel statt — ist die, dass man einen Theil 
blank polirt und den andern matt macht. Jenes trifft 
naturgemäss die glatten Theile, dieses die Ornamente. 
Der Anblick ist kein erfreulicher und ist es dann um 
so weniger, wenn das Silber noch dazu weiss gesotten 
ist, denn damit geht noch das Gute, was es hat, eine 
gewisse Milde in seinem Tone, verloren. Als Bei 
spiel, wie man in dieser Weise verkehrt und zu seinem 
eigenen Nachtheil handelt, führen wir (inmitten der 
deutschen Goldschmiedausstellung) solches weissge 
sottene Tafelgeschirr von Dominicus Kott in Schwä- 
bisch-Gmünd an, Glasschalen tragende Eichbäume mit
	        
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