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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Wenn  wir  auch  mit  der  Art,  wie  es  geschehen,  nicht
ganz  einverstanden  sind,  so  betrachten  wir  das  doch
entschieden  als  einen  Fortschritt,  speciell  für  Berlin,
das  bis  dahin  mit  seinen  Silberarbeiten  sculpturalen
Classicismus  trieb  und  aller  Farbe  puritanisch  entsagte. ­
  Auch  Kreling  hat  seinen  schönen  Tafelaufsatz
mit  Recht,  wenigstens  zum  Theil,  vergoldet.  Das
Gold  wirft  einen  warmen  Flauch  auch  über  das  graue
Silber  und  gibt  dem  Ganzen  eine  malerische,  farbige
Erscheinung.  Zum  schweren  Ton  des  oxydirten
Silbers  sollte  immer  eine  theilweise  Vergoldung  hinzutreten. ­

Die  Franzosen  haben  aber  diesmal  einen  anderen
Weg  versucht,  dem  Silber  Reiz  und  Wärme  zu  geben,
ohne  seine  Eigenthümlichkeit  zu  zerstören,  und  wie
uns  scheint,  haben  sie  damit  das  Rechte  getroffen.
Wir  sagen:  die  Franzosen,  sollten  aber  wohl  besser
Christofle  sagen,  der  allein  mit  seiner  grossartigen
Ausstellung  diesen  Kunstzweig  echt  französisch  zwar,
aber  höchst  glänzend  vertritt.  Natürlich  finden  sich
auch  bei  ihm  Gegenstände  von  alter  Art,  polirt,  mattirt,
oxydirt,  aber  eine  grosse  Anzahl  anderer  und  besonders
der  feinsten,  mit  getriebenen  und  ciselirten  Reliefs  geschmückten ­
  Gegenstände  überraschen  durch  einen  hellen,
äusserst  warmen  und  angenehmen  Ton  des  Silbers.
Sieht  man  näher  zu,  so  findet  man  wohl  in  den  Tiefen
leichte  Ueberreste  von  Vergoldung,  je  leichter,  um  so
angenehmer.  Und  so  ist  in  der  That  dieser  Ton  des
Silbers  erreicht  worden:  das  ganze  Gefass  war  vergoldet ­
  und  die  Vergoldung  ist  wieder  bis  auf  den
            
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