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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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warmen Schimmer abgerieben. Wir gestehen, dass 
die Wirkung so wohlthuend ist, dass sie uns mit dem 
Silber versöhnt. 
Fragen wir nun nach der formellen Seite, so haben 
wir schon an einem deutschen Beispiel gesehen, dass 
der Naturalismus leider noch nicht ausgestorben ist, 
und insbesondere sind es die Fabriken von Silberimi 
tationen, bei denen er noch blüht. Aber auch die grosse 
Silberausstellung des Engländers Elkington zeigt in Fülle 
und Grösse die Glasschalen tragenden Eichen, Palmen, 
Farren mit der obligaten Staffage von Hirten und Hir 
tinnen, Jägern und Jagdthieren, Mohren und Türken 
in freier Sculptur darunter. Dass hier, was in der Natur 
an Grösse himmelweit verschieden, auf dieselbe Länge 
gebracht worden und so die Nachahmung der Natur 
erst recht zur Unnatur geführt hat, das genirt diese 
Künstler nicht. Das Höchste von Widersinnigkeit in 
diesem Genre hat wiederum ein Deutscher, Bruckmann 
in Stuttgatt, geleistet. Er hat es sicherlich Wunder wie 
gut zu machen geglaubt, wenn er Motive und Scenen 
aus Schwinds »Sieben Raben« in einem hohlen Eichbaum 
und um denselben vor sich gehen lässt und dem Eich 
baum, in dem Vögel horsten, eine mit vergoldeten 
Festons behängte Glasschale zu tragen gibt, und was 
des Unsinns mehr ist an diesen allersonderbarsten Gebil 
den. Es ist doch merkwürdig, wie oftmals unsere Fabri 
kanten so gar keine Ahnung haben von dem, was das 
Wesen in der Kunst ist und worauf es ankommt. 
Material, Zeit, Arbeit, Kunst werden verschwendet an 
die barocksten, thörichtsten Einfälle, um schliesslich
	        
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