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Renaissance originell geschaffen, nur mit dem bleigrauen
Silber und dem schwarzen Stahl vielleicht zu schwer
in der Farbe für ein Feststück.
Diesen Vorwurf kann man den französischen Pracht
stücken Christofle’s nicht machen. Hier ist überall blü
hendes Leben, bei manchen Arbeiten nur gar zu sehr.
Es ist das häufig der Fehler der Franzosen, dass sie
des Guten nicht genug thun können und das Mass über
schreiten, namentlich wenn es sich um Paradestücke
der Ausstellung handelt. Ein solches Paradestück ist
bei Christofle ein Cabinetkasten von sehr einfachem
und schönem Bau, im Stil Louis XIII. Er sollte aber
alle Technik in sich vereinigen, welche in dieser Welt
fabrik geübt wird, und so zeigt er nebst seinem Holz
bau mit eingelegtem Elfenbein alle Arten von Metall
arbeit, das Treiben, das Graviren und Giseliren, das
Incrustiren, Damasciniren und Tauschten mit Gold
und Silber, in Bronze und Stahl, die verschiedenen
Farben der Vergoldung, das Limosiner Email und den
chinesischen Zellenschmelz, kurzum, was sich nur ver
wendbar denken lässt. Natürlich ist er ein Prachtstück
geworden, reich und glänzend ; wer aber nicht französisch
denkt und fühlt, der wird sagen: «Weniger wäre mehr
gewesen.«
Es ist schwer, in so wenigen Worten, wie sie uns
hier gegeben sind, der Ausstellung Christofle’s gerecht
zu werden. Sehen wir selbst von der zahlreichen Menge'
der gewöhnlichen Geräthe ab, die für den Gebrauch
von Tisch und Tafel bestimmt und in den Stilarten
des vorigen Jahrhunderts gehalten sind, so bleibt noch