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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Renaissance originell geschaffen, nur mit dem bleigrauen 
Silber und dem schwarzen Stahl vielleicht zu schwer 
in der Farbe für ein Feststück. 
Diesen Vorwurf kann man den französischen Pracht 
stücken Christofle’s nicht machen. Hier ist überall blü 
hendes Leben, bei manchen Arbeiten nur gar zu sehr. 
Es ist das häufig der Fehler der Franzosen, dass sie 
des Guten nicht genug thun können und das Mass über 
schreiten, namentlich wenn es sich um Paradestücke 
der Ausstellung handelt. Ein solches Paradestück ist 
bei Christofle ein Cabinetkasten von sehr einfachem 
und schönem Bau, im Stil Louis XIII. Er sollte aber 
alle Technik in sich vereinigen, welche in dieser Welt 
fabrik geübt wird, und so zeigt er nebst seinem Holz 
bau mit eingelegtem Elfenbein alle Arten von Metall 
arbeit, das Treiben, das Graviren und Giseliren, das 
Incrustiren, Damasciniren und Tauschten mit Gold 
und Silber, in Bronze und Stahl, die verschiedenen 
Farben der Vergoldung, das Limosiner Email und den 
chinesischen Zellenschmelz, kurzum, was sich nur ver 
wendbar denken lässt. Natürlich ist er ein Prachtstück 
geworden, reich und glänzend ; wer aber nicht französisch 
denkt und fühlt, der wird sagen: «Weniger wäre mehr 
gewesen.« 
Es ist schwer, in so wenigen Worten, wie sie uns 
hier gegeben sind, der Ausstellung Christofle’s gerecht 
zu werden. Sehen wir selbst von der zahlreichen Menge' 
der gewöhnlichen Geräthe ab, die für den Gebrauch 
von Tisch und Tafel bestimmt und in den Stilarten 
des vorigen Jahrhunderts gehalten sind, so bleibt noch
	        
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