Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

283

mancherlei  übrig,  was,  wenn  es  auch  heute  nicht  mehr
neu  ist,  doch  dieser  Fabrik  eigenthümlich  erscheint.
Wir  haben  bereits  der  Behandlung  der  Oberfläche  durch
Abreiben  der  Vergoldung  Erwähnung  gethan.  Eigenthümlich ­
  sind  ferner  dieser  Fabrik  die  Imitationen  der
indischen  und  chinesisch-japanischen,  mit  Silber  tauschirten
  Arbeiten,  die  dadurch  hergestellt  werden,  dass
der  Grund  in  Schwarz  oder  Rothbraun  oxydirt  wird,
die  Ornamente  aber  als  Silber  stehen  bleiben.  Die  Anwendung, ­
  welche  davon  gemacht  wird,  ist  eine  sehr
mannigfaltige  und  erscheint  zuweilen  auch  mit  ciselirten
Silberornamenten  im  Relief  verbunden;  die  Zeichnung
hält  sich  entweder  im  Stil  der  orientalischen  Vorbilder
oder  ist  auch  frei  französisch.  Aehnlich  ist  es  mit  den
Emailarbeiten,  auf  welche  wir  später  noch  besonders  zu
sprechen  kommen.  Reichlich  ist  auch  die  Lehre  verwerthet,
  welche  man  den  antiken  Silberarbeiten  des
Flildesheimer  Fundes  mit  ihren  ciselirten  und  zum  Theil
vergoldeten  Ornamenten  entnommen  hat.  Wir  finden
ihren  Einfluss  auf  einer  Menge  von  Geschirr  und  Geräth,
  das  in  ähnlicher  Art  mit  Laub  und  Kränzen  verziert ­
  ist.  Man  bemerkt  auch  hier  wieder  dieselbe  Eigenschaft ­
  der  Franzosen,  das  Fremde  mit  Leichtigkeit
aufzunehmen  und  in  ihr  Eigenes  zu  verwandeln.  Ueberall
  sehen  wir  die  Herkunft  und  erkennen  die  Originalmotive, ­
  und  doch  ist  alles  französisch  geworden.
Auch  bei  den  Arbeiten  der  Berliner  Silberfabrikanten ­
  (insbesondere  Sy  u.  Wagner,  Vollgold  und  Sohn)
erkennt  man  leicht  den  Einfluss  der  Hildesheimer  Gefässe
und  vielleicht  ist  die  häufig  angewendete  Vergoldung
22*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.