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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Zwecke als Tafelaufsatz, da der Gegenstand, als monu 
mental und fest gedacht, doch in Wirklichkeit ein sehr 
bewegliches und wo möglich handliches Geräth zu bilden 
hat. Ist er aber nicht Tafelaufsatz, so ist er eigentlich 
gar nichts, denn so ein privates Zimmerdenkmal hat 
gar keinen Sinn. Wir müssen daher solche Arbeiten, 
wie die zur Erinnerung an die Schlacht von St. Privat, 
an den Abend von Rezonville, an die Stiftung des 
eisernen Kreuzes, in der Grundidee für verfehlt erachten. 
Sollen sie mit für die Tafel bestimmt sein, so müssen 
sie auch irgendwie scheinbar oder wirklich sich ihrem 
Zw'ecke dienstbar zeigen, z. B. als Pokal oder als 
Blumenschale, die sich ja mit künstlerischer Phantasie 
ausserordentlich reich und mannigfach austatten lassen. 
Wie eine solche Gelegenheitsaufgabe zur Erinne 
rung an einen bedeutenden Moment zu lösen ist, dafür 
scheint uns Kreling mit seinem grossen Festpokal für 
den Herrn von Cramer-Klett in Nürnberg, der ein 
Ehrengeschenk zur Erinnerung an das Jubiläum seiner 
Maschinenfabrik bildet, den richtigen Weg eingeschlagen 
zu haben. Mit seiner schlanken, reichbewegten Bildung, 
in der Hauptmasse vergoldet, auf einem Ebenholzpo 
stament ruhend, das mit Figuren, eingelegten Ornamen 
ten und freien Fruchtgehängen umgeben ist, dient er 
vortrefflich seinem Zweck als Schmuck und Mittelpunkt 
der Tafel, ohne sich wie ein gemauertes Monument 
zwischen die Augen der Gäste zu schieben, und mit 
einer Fülle sinnvoll gewählter Beziehungen erläutert er 
die Bedeutung des Tages und hält sie fest in der Erinne 
rung. Auch diese vom Goldschmied Winter in Nürnberg
	        
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