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Es ist eine eigenthümliche Seite an der französischen
Bronzefabrikation, dass man bei ihr nicht weiss,
wo die Kunst aufhört und wo die Industrie anfängt.
Sie schafft in eigener Erfindung die grössten und vollendetsten
Werke der Plastik, was den Aufwand der
Arbeit betrifft, und stellt uns daneben Lampen und
Leuchter und Schalen und viel sonstiges kleines Hausgeräth,
sie giebt uns die originalgetreuen Copien der
plastischen Meisterwerke, wie z. B. der Venus von Milo
und des Sclaven von Michelangelo, und steigt von
ihnen herab zu den bescheidensten Nippesfigürchen
von Thieren und Menschen. Diesen Umfang der Arbeiten
hat keine andere Bronzefabrikation erreicht als
die französische, keine vermischt so die Uebergänge
zwischen der hohen Kunst und der Industrie. Das
beste und am meisten charakteristische Beispiel dafür
giebt uns die grossartige, figurenreiche Ausstellung der
berühmten Fabrik von Barbedienne.
Und doch ist dieser Kunstzweig auch hierin, in
diesem seinen Verhältniss zur reinen Plastik, nur industriell.
Er schafft nicht aus monumentalem oder
idealkünstlerischem Gesichtspunkt, sondern ist in allem,
im Grossen wie im Kleinen, Vervielfältigungskunst und
stellt sich damit auf den geschäftlichen und industriellen
Standpunkt. Das soll durchaus nicht als Vorwurf gesagt
sein; es dient aber zur Charakteristik und zeigt,
wie hoch die Industrie hier in das Reich der freien
Kunst hineingreift.
Wie der Umfang ihrer Gegenstände, so ist auch
die Vielseitigkeit der äusseren Behandlung ein Vorzug