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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Es  ist  eine  eigenthümliche  Seite  an  der  französischen ­
  Bronzefabrikation,  dass  man  bei  ihr  nicht  weiss,
wo  die  Kunst  aufhört  und  wo  die  Industrie  anfängt.
Sie  schafft  in  eigener  Erfindung  die  grössten  und  vollendetsten ­
  Werke  der  Plastik,  was  den  Aufwand  der
Arbeit  betrifft,  und  stellt  uns  daneben  Lampen  und
Leuchter  und  Schalen  und  viel  sonstiges  kleines  Hausgeräth,
  sie  giebt  uns  die  originalgetreuen  Copien  der
plastischen  Meisterwerke,  wie  z.  B.  der  Venus  von  Milo
und  des  Sclaven  von  Michelangelo,  und  steigt  von
ihnen  herab  zu  den  bescheidensten  Nippesfigürchen
von  Thieren  und  Menschen.  Diesen  Umfang  der  Arbeiten ­
  hat  keine  andere  Bronzefabrikation  erreicht  als
die  französische,  keine  vermischt  so  die  Uebergänge
zwischen  der  hohen  Kunst  und  der  Industrie.  Das
beste  und  am  meisten  charakteristische  Beispiel  dafür
giebt  uns  die  grossartige,  figurenreiche  Ausstellung  der
berühmten  Fabrik  von  Barbedienne.
Und  doch  ist  dieser  Kunstzweig  auch  hierin,  in
diesem  seinen  Verhältniss  zur  reinen  Plastik,  nur  industriell. ­
  Er  schafft  nicht  aus  monumentalem  oder
idealkünstlerischem  Gesichtspunkt,  sondern  ist  in  allem,
im  Grossen  wie  im  Kleinen,  Vervielfältigungskunst  und
stellt  sich  damit  auf  den  geschäftlichen  und  industriellen
Standpunkt.  Das  soll  durchaus  nicht  als  Vorwurf  gesagt ­
  sein;  es  dient  aber  zur  Charakteristik  und  zeigt,
wie  hoch  die  Industrie  hier  in  das  Reich  der  freien
Kunst  hineingreift.
Wie  der  Umfang  ihrer  Gegenstände,  so  ist  auch
die  Vielseitigkeit  der  äusseren  Behandlung  ein  Vorzug
            
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