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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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haberei  der  Kunstfreunde  und  passen  auch  in  eine
mehr  künstlerisch  eingerichtete,  insbesondere  auch  getäfelte ­
  Wohnung  weit  besser  als  die  Gegenstände  von
vergoldeter  Bronze.  Die  Wiederaufnahme,  davon  wir
fast  bei  allen  französischen  Bronzeausstellern  Beispiele
sehen,  während  Bagues  darin  als  Specialist  erscheint,
ist  daher  als  ein  grosses  Verdienst  zu  erachten.  Sie
hat  aber  neben  der  coloristischen  Seite  noch  einen
anderen  Vorzug.  Die  Vorbilder  dieses  Industriezweiges
nämlich  liegen  im  sechszehnten  und  in  der  ersten  Hälfte
des  siebzehnten  Jahrhunderts  und  haben  daher  viel
reinere  und  bessere  Formen  als  diejenigen,  deren  sich
die  Franzosen  als  Muster  für  ihr  vergoldetes  Geräth
bedienen,  nämlich  die  des  achtzehnten  Jahrhunderts.
Wir  sehen  hier  die  entsprechenden  Metallarbeiten
lür  eine  gewisse  Neigung  zur  Renaissance,  welche  die
Franzosen  schon  früher',  vor  allem  in  der  Ebenisterei,
gezeigt  und  besonders  im  Speisezimmer  zum  Ausdruck
gebracht  haben.  Ihre  Renaissance  aber  ist  nicht  die
des  sechszehnten  Jahrhunderts,  sondern  die  vom  Anfänge ­
  des  siebzehnten,  trägt  also  bereits  einen  ziemlich
barocken  Charakter.  Es  ist  die  Zeit  und  der  Stil
Ludwigs  XIII.,  welche  bei  ihnen  neben  dem  achtzehnten ­
  Jahrhundert  Mode  geworden  sind,  immerhin
ein  Stil,  der  noch  eine  gute  Construction  bewahrt
hat  und  in  kräftigen  Formen  eine  gewisse  Männlichkeit ­
  zeigt.  Diesen  Charakter  tragen  auch  alle  jene
Messinggeräthe,  freilich  durchweg  mit  barockem  Beigeschmack, ­
  der  sie  wahrscheinlich  den  Franzosen  nur
um  so  lieber  macht.
            
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