292 —
haberei der Kunstfreunde und passen auch in eine
mehr künstlerisch eingerichtete, insbesondere auch getäfelte
Wohnung weit besser als die Gegenstände von
vergoldeter Bronze. Die Wiederaufnahme, davon wir
fast bei allen französischen Bronzeausstellern Beispiele
sehen, während Bagues darin als Specialist erscheint,
ist daher als ein grosses Verdienst zu erachten. Sie
hat aber neben der coloristischen Seite noch einen
anderen Vorzug. Die Vorbilder dieses Industriezweiges
nämlich liegen im sechszehnten und in der ersten Hälfte
des siebzehnten Jahrhunderts und haben daher viel
reinere und bessere Formen als diejenigen, deren sich
die Franzosen als Muster für ihr vergoldetes Geräth
bedienen, nämlich die des achtzehnten Jahrhunderts.
Wir sehen hier die entsprechenden Metallarbeiten
lür eine gewisse Neigung zur Renaissance, welche die
Franzosen schon früher', vor allem in der Ebenisterei,
gezeigt und besonders im Speisezimmer zum Ausdruck
gebracht haben. Ihre Renaissance aber ist nicht die
des sechszehnten Jahrhunderts, sondern die vom Anfänge
des siebzehnten, trägt also bereits einen ziemlich
barocken Charakter. Es ist die Zeit und der Stil
Ludwigs XIII., welche bei ihnen neben dem achtzehnten
Jahrhundert Mode geworden sind, immerhin
ein Stil, der noch eine gute Construction bewahrt
hat und in kräftigen Formen eine gewisse Männlichkeit
zeigt. Diesen Charakter tragen auch alle jene
Messinggeräthe, freilich durchweg mit barockem Beigeschmack,
der sie wahrscheinlich den Franzosen nur
um so lieber macht.