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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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drachentödtenden St. Georg dahin rechnen will, dei 
fünfmal einen fünfarmigen Kronleuchter umsteht. Die 
grössere Zahl der ausgestellten Gegenstände ist ver 
goldete Bronze und ihre Bestimmung beschränkt sich 
auf Leuchtgeräth, insbesondere Kronleuchter. Die Zeich 
nung, einfacher und stilvoller als die französischen 
Arbeiten, erhebt sich jedoch nicht zu besonderer Vor 
trefflichkeit oder Eigenthümlichkeit. Dennoch hat diesei 
Industriezweig in England etwas Eigenthümliches, 
richtiger gesagt, nicht in den Bronzen, sondern in den 
Messingarbeiten. Im Gegensatz zu den Franzosen gehen 
die Engländer damit nicht zur Renaissance , sondern 
vorwiegend in das Mittelalter zurück und zwai ent 
sprechend dem Stil ihrer zahlreichen gothischen oder 
auch romanischen Kirchen und Schlösser, daher sie auch 
romanische Motive häufig verwerthen. Auch farbig 
gestalten sie diese Arbeiten, theils durch kaltes Email, 
das sie in tief eingeschnittenen Gravirungen anbringen, 
theils durch polychrome Färbung der ganzen Ober 
fläche. Das Genre ist von vielen Ausstellungen her 
bekannt; bei uns in Wien ist der Hauptvertreter, die 
Fabrik von Hart and Son, nicht erschienen, doch zeigen 
die Birminghamer Fabriken von Winfield so wie von 
Ratcliffe und Tyler mit verschiedenen grösseren und 
kleineren Kronleuchtern, dass jene Firma nicht allein 
steht und das Genre sich ausbreitet. 
Eine eigene Stellung nehmen die italienischen 
Bronzearbeiten ein, eigen insofern, als sie von der 
Mode, speciell von Frankreich unabhängig sind, änderet- 
seits aber sind sie doch nichts Selbstständiges, denn
	        
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