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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

-  296  —

sie  beschranken  sich  auf  Imitationen  der  Renaissance.
Das  geschieht  bis  jetzt  noch  nicht  im  Sinne  einer
modernen  Wiedererneuerung,  wie  es  die  Franzosen
mit  Messingvorbildern  des  i 7 .  Jahrhunderts  machen,
sondern  der  Standpunkt  ist  sehr  der  antiquarische’
wenn  auch  die  Fabrikation  bei  wachsender  Liebhaberei
bereits  mit  einigem  Schwünge  betrieben  wird.  Die
Gegenstände,  Figuren,  Büsten,  Leuchter,  Candelaber,
I  hürklopfer,  Thürbeschläge,  Wasserkessel  u.  s.  w.,  sind
last  durchweg  Copien  und  mit  derselben  schwarzdunklen
Patina  versehen,  wie  sie  den  ausgezeichneten  Bronzearbeiten ­
  der  italienischen  Renaissance  zu  eigen  ist.
Guss  und  Ciselirung  sind  vortrefflich,  die  Arbeiten  also
von  ihrem  Standpunkt  aus  höchst  gelungen  und  in
alterthümlicher  oder  ernsterer  Einrichtung  sehr  wohl
zu  verwenden.  Zu  diesen  Bronzen  gesellt  sich  das  entsprechende ­
  Messinggeräth,  meist  allerdings  mit  roherer,
handwerksmässiger  Behandlung  der  Oberfläche,  was
aber  wiederum  nur  ihren  Vorbildern  entspricht.  Als
Hauptvertreter  dieser  Arbeiten  erscheint  auf  der  Ausstellung ­
  Michieli  aus  Venedig.
Auch  den  ö  s  t  e  r  r  e  i  c  h  i  s  c  h  en  Bronzearbeiten  muss
man  Selbstständigkeit  zusprechen,  aber  ganz  in  modernem ­
  Sinne.  Sie  bilden  in  Oesterreich  (wie  eigentlich
überall  ausserhalb  Frankreichs)  einen  jungen  Zweig  der
Kunstindustrie,  haben  ziemlich  unkünstlerisch  als  sogenannte ­
  glatte  Bronzen  begonnen  und  thaten  sich  am
meisten  auf  ihre  Vergoldung  zugute.  Damit  wären  sie  nun
über  einen  ziemlich  untergeordneten  Standpunkt  nicht
hinausgekommen.  Noch  bei  weitem  niedriger  standen
            
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