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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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Unter solchen schwankenden Verhältnissen brachte 
der französische Geschmack die Blume als das eigent 
liche Ornament der modernen Kunstindustrie in Mode, 
aber die Blume nicht in künstlerischer Umbildung und 
Unterordnung unter die Bedingungen des Gegenstandes, 
den sie verzieren sollte, sondern in ganz naturalistischer 
Weise. Je natürlicher die Blume gemalt oder darge 
stellt war, um so schöner und werthvoller sollte der 
Gegenstand sein, an dem sie irgend wo oder irgend wie 
angebracht war. Sie wurde somit der eigentliche Zweck, 
nicht das Gefäss oder Geräth, zu dem sie ja nur als 
Zierath nebensächlich hinzutrat. Selbstverständlich hörte 
man nun auf, irgend Werth auf Contour und formelle 
Durchbildung des Geräthes zu legen, und das Auge 
verlernte vollständig das Gefühl dafür, wie es schon 
das für eine feinere und gesundere Harmonie in der 
Farbe verloren hatte. 
Einmal dahin gekommen, ging man leicht weiter. 
Die gröbere Technik der Teppichweberei zwang dazu, 
die Blumen, sollten sie einigermassen noch natürlich 
und nicht wie confuse Farbenflecke aussehen, unnatür 
lich gross zu halten und die Rosen z. B. zu Kohlköpfen 
anwachsen zu lassen, wodurch der Farbeneffect nur 
noch greller, bunter und roher wurde. Hatte man sich 
so den Sinn zerstört, so konnte man statt der Blumen, 
Bouquets, Blätter oder Pflanzen ja auch gleich ganze 
Vorgrundpartien, Wiesen und Gärten mit ihren Sträu- 
chern und Bäumen und den Früchten und Vögeln darin 
darstellen. Das ist die Consequenz, zu welcher der von 
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