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Unter solchen schwankenden Verhältnissen brachte
der französische Geschmack die Blume als das eigent
liche Ornament der modernen Kunstindustrie in Mode,
aber die Blume nicht in künstlerischer Umbildung und
Unterordnung unter die Bedingungen des Gegenstandes,
den sie verzieren sollte, sondern in ganz naturalistischer
Weise. Je natürlicher die Blume gemalt oder darge
stellt war, um so schöner und werthvoller sollte der
Gegenstand sein, an dem sie irgend wo oder irgend wie
angebracht war. Sie wurde somit der eigentliche Zweck,
nicht das Gefäss oder Geräth, zu dem sie ja nur als
Zierath nebensächlich hinzutrat. Selbstverständlich hörte
man nun auf, irgend Werth auf Contour und formelle
Durchbildung des Geräthes zu legen, und das Auge
verlernte vollständig das Gefühl dafür, wie es schon
das für eine feinere und gesundere Harmonie in der
Farbe verloren hatte.
Einmal dahin gekommen, ging man leicht weiter.
Die gröbere Technik der Teppichweberei zwang dazu,
die Blumen, sollten sie einigermassen noch natürlich
und nicht wie confuse Farbenflecke aussehen, unnatür
lich gross zu halten und die Rosen z. B. zu Kohlköpfen
anwachsen zu lassen, wodurch der Farbeneffect nur
noch greller, bunter und roher wurde. Hatte man sich
so den Sinn zerstört, so konnte man statt der Blumen,
Bouquets, Blätter oder Pflanzen ja auch gleich ganze
Vorgrundpartien, Wiesen und Gärten mit ihren Sträu-
chern und Bäumen und den Früchten und Vögeln darin
darstellen. Das ist die Consequenz, zu welcher der von
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