XXX.
Email.
Die Geschichte des modernen Emails ist nicht
unähnlich derjenigen der modernen Faiencen. Ist das
selbe auch nicht gerade ein Product der Weltaus
stellungen, so doch erst ein Kunstzweig der aller
jüngsten Zeit, der in seiner Entwicklung durch die
Ausstellungen wesentlich gefördert worden. Im neun
zehnten Jahrhundert bis auf eine höchst bescheidene
und sehr unkünstlerische Anwendung bei Uhren oder
kleinem Goldschmuck gänzlich verschwunden, erscheint
das Email heute fast in allen seinen Zweigen, darin
es von der Kunst der Vergangenheit geübt wurde,
wieder aufgelebt.
Das Email, das hier in Rede steht, ist der gefärbte
Glasfluss, der den Metallen angeschmolzen wird. Er
ist der eigentliche farbige Schmuck der Metallarbeiten,
sowohl der in edlem wie in unedlem Material. Alle
Kunstepochen haben seit dem frühesten Mittelalter
das Alterthum kannte und übte das Email sehr wenig
— diese Verzierung bei ihren besten und schönsten
Kunstarbeiten angewendet, die verschiedenen Manieren
nach einander oder auch neben einander. Zuerst kamen