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MAK

Full text : Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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worden  ist,  das  Limosiner  gemalte  Email  des  sechszehnten ­
  Jahrhunderts  auf  dünnen  Kupfertafeln  und
zierlichen  Kupfergefässen,  meist  en  grisaille,  häufig  aber
auch  mit  Verbindung  verschiedener  Farben  gehalten.
Dies  Email  entartete  im  siebzehnten  Jahrhundert  und
wurde  während  des  achtzehnten  von  dem  weissgrundigen
Uhren-  und  Dosenemail  abgelöst,  das  allein  sein  Dasein
bis  in’s  neunzehnte  Jahrhundert  gefristet  hat.
Heute  nun  finden  wir  in  der  Goldschmiedekunst
und  in  der  Bronzeindustrie  fast  alle  diese  verschiedenen
Arten  des  Emails  wieder  aufgenommen,  die  einen  mehr
noch  als  Versuche,  andere  bereits  in  glänzender  Uebung.
Den  Anfang  machten  die  mittelalterlichen  Reformbestrebungen ­
  in  der  kirchlichen  Kunst,  die  am  Rhein,
in  Köln,  Aachen,  dann  in  Belgien,  Westphalen,  alsbald ­
  auch  anderswo  und  besonders  in  Wien  ihren  Sitz
nahmen.  Naturgemäss,  da  diese  Richtung  mittelalterlich
war,  imitirte  sie  zunächst  dasjenige  Email,  welches  in
der  früheren  kirchlichen  Kunst  des  Mittelalters  die
bedeutendste  Rolle  gespielt  hatte,  den  rheinischen  und
Limosiner  Grubenschmelz.  Sie  verzierte  in  dieser  Art
Gefässe,  Tafeln  für  Reliquiarien  und  bedeckte  schliesslich ­
  ganze  Antipendien  und  Altäre  mit  diesem  Email;
so  geschah  es  z.  B.  durch  Karl  Haas  in  Wien.  Auf
der  Ausstellung  sehen  wir  diese  Schmelzart  im  kirchlichen ­
  Gebiete  nicht  so  reich  und  bedeutend  vertreten,
als  sie  es  in  Wirklichkeit  ist.  Die  reichste  Auswahl
bietet  uns  die  grosse  Ausstellung  kirchlichen  Metallgeräths
  von  Poussielque-Rusand  in  Paris,  wobei  man
aber  die  Bemerkung  machen  muss,  dass  das  Gold  und
            
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