MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

303 
die Vergoldung allzu sehr überwiegen, so dass die 
Farbe des Emails wenig zur Wirkung kommt. Von 
den deutschen Goldschmieden haben W. Bentrop und 
A. Künne zu Altena in Westphalen Arbeiten mit diesem 
Email ausgestellt, von den österreichischen Brix und 
Anders. 
Es ist aber der Grubenschmelz nicht bei der kirch 
lichen Anwendung stehen geblieben, sondern er hat 
auch bei Bronzegeräthen zu häuslichem Gebrauch, bei 
Lustern, Lampen, bei dem Geräth des Schreibtisches 
u. a. bereits mannigfach Verwendung gefunden. Beson 
ders ist dies in Wien durch den Einfluss Storcks ge 
schehen. Mannigfache Beispiele davon sehen wir in den 
Ausstellungen der Bronzefabrikanten Hanusch und 
Hollenbach. 
Neuerdings hat der Zellenschmelz eigentlich dem 
Grubenschmelz den Rang abgelaufen und zwar ist das 
durch den Umstand veranlasst worden, dass nach der 
Eroberung Pekings durch die Engländer und die Fran 
zosen altchinesische Emails dieser Art zahlreich nach 
Europa kamen und eine neue Liebhaberei der Kunst 
freunde bildeten. Diese chinesischen Cloisonnes können 
wir in ihrer Beschaffenheit, in ihren tüchtigen Formen, in 
ihrem künstlerischen, vor allem coloristischen Charakter 
an einer grossen Collection in der chinesischen Ab 
theilung kennen lernen. Alsbald warfen sich die fran 
zösischen Bronzefabrikanten, Barbedienne an ihrer Spitze, 
auf die Imitation dieser Gegenstände und zwar in 
moderner Verwendung für Schalen, Teller, Lampen, 
Kronleuchter und verschiedenes andere Luxusgeräth.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.