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Die Franzosen machten aber einen grossen Fehler:
während die chinesischen Emails ganz Farbe sind und
die einzelnen Farben nur durch die schmalen Gold
bänder der Cloisons getrennt werden, Hessen die Fran
zosen zwischen den Farben weite Flächen in Vergoldung
stehen, so dass diese den Ton angibt und der Gesammt-
eindruck ein bunter, gleissender, im Vergleich zu den
chinesischen unkünstlerischer und ordinärer ist. So
waren die Arbeiten auf der Ausstellung von 1867.
Der Hehler ist heute glücklich vermieden, ins
besondere auch bei den Arbeiten Christofle’s, der dies
mal als der Hauptvertreter des französischen Emails
auf der Ausstellung erscheint. Das Ganze ist mehr
barbe, weniger Gold und dieses nur als feiner Con-
tour oder bindende Cloisons zur Verwendung gekom
men. Wer noch den Unterschied sehen will, findet ihn
bei Elkington, der allein das englische Email dieser
Art uns vor Augen führt. Ein Theil seiner Arbeiten
steht noch auf dem Standpunkt von 1867 ( es sind
sogar dieselben Muster), ein anderer folgt der neuen
oder vielmehr der altchinesischen Art, wenn auch mit
freieren Motiven.
Es ist dies aber nicht der einzige Fortschritt des
französischen Email cloisonne. Der Kenner wird bald,
wenn er die Arbeiten von Christofle prüft, neben
mannigfach moderner Zeichnung insbesondere neue
Farben oder Farbennuancen und zarteren Schmelz der
Uebergänge herausfinden, als er bis dahin zu sehen
gewohnt war. Das kommt daher, dass dieser Zellen
schmelz ausser auf dem gewohnten unedlen Metall