MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

306 
Emails auf der in leichtem Relief gearbeiteten Silber 
platte; auch mit diesem schwierigen Verfahren ist es 
unseres Wissens bei blossen Versuchen geblieben. 
Dagegen ist die zweite Art der Limosiner Schmelz 
arbeiten, das gemalte Email auf Kupferplatten und 
Kupfergefässen, dessen Blüthe in das sechzehnte Jahr 
hundert fällt, von einzelnen Fabrikanten oder vielmehr 
Künstlern bereits mehrfach in ausgedehnter Weise 
geübt worden, wenn auch local und persönlich be 
schränkt. Früher schon hatte Barbddienne die Grisaille- 
Manier wieder aufgenommen, dann war es 1867 beson 
ders Lepec von Paris, welcher mit höchst vollendeten 
Arbeiten dieser Art, die aber auf Goldplatte ausgeführt 
waren, allgemeine Bewunderung erregte. Lepec ist in 
Wien nicht erschienen, aber ein anderer Emailleur, 
A. Pottier, welcher uns in Gefässen, Tellern, Tafeln 
mit Portraits u. s. w. eine grosse Anzahl höchst 
vollendeter Emailarbeiten auf Kupfer vofführt. Wir 
finden bei ihm jede Art des gemalten Limosiner Emails 
vertreten, bis zu den Gegenständen mit weissen Relief 
ornamenten, die man als die Decadence des siebzehnten 
Jahrhunderts bezeichnet. Andere Arten, kleiner Email 
schmuck auf Gold und Imitationen der weissgrundigen 
chinesischen Emailteller erscheinen bei ihm auch mehr 
wie Versuche. 
Pottier ist in diesem Limosiner Email ziemlich 
der Einzige auf der Ausstellung, nur bei dem viel 
seitigen Christofle finden wir einige sehr schöne Portrait- 
tafeln in farbigem gemalten Email. Kar] Flaas macht 
ein paar ornamentale Versuche in kleinem Massstabe,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.