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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

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weissen oder blauen, besonders auch goldgelben Grunde, 
der sich harmonisch an die Vergoldung der Silber- 
gefiisse anlehnt. Seinen Kunstarbeiten ist das Email 
bereits ein nothwendiger Schmuck, ein integrirender 
Bestandtheil geworden, so gut wie die geschliffenen 
Bergkrystalle, darin er wohl heute der erste Meister ist. 
Zahlreicher sind die Vertreter der Medaillon- 
Emails, wie man wohl die Miniaturmalereien auf weiss 
grundigem Schmelz in Art Petitots und seiner Nach 
folger nennen kann, denn ihre häufigste Anwendung 
ist eben die zur Bedeckung der Medaillons. Wir finden 
sie in der Schweizer Abtheilung, bei den deutschen 
Schmuckgegenständen, wo Fendrich in Pforzheim und 
Krug in Hanau als die Vertreter erscheinen, insbesondere 
aber bei den französischen Bijouterien, wo Salleron und 
Paul Manteau sie uns in grosser Auswahl vorfuhren. 
Ihre Gegenstände sind so reich wie die Miniaturmalerei 
überhaupt, zierliche Portraits, erotische und pastorale 
Scenen im Stil des 18. Jahrhunderts, Landschaften, 
Copien berühmter Gemälde, auch religiöse Darstellun 
gen, je nach der Bestimmung des Medaillons. Aehnliche 
Emailmedaillons, namentlich mit Brustbildern schöner 
Frauen, aber auf dunklem Grunde, kennt auch die 
persische Kunst; die Technik ist keine andere als die 
von Limoges. 
Auch sonst kennt der Orient das Email gegen 
wärtig noch in verschiedener Art und Anwendung. Die 
Türken verzieren ihre Messinggeräthe und vergoldeten 
Kupfergefässe mit blauem und rothem Email in freilich 
ziemlich roher Art. Auch die Chinesen sind ganz und
	        
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