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Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

XXXI. 
Eisenarbeiten. 
Wie so manche alte Kunsttechnik im Laufe der 
letzten Jahrhunderte zu Grunde ging, so hatte denn 
auch das Eisen all die seine eingebüsst. Noch das 
achtzehnte Jahrhundert hatte seine Freude an kunst 
voll geschmiedeten Eisengittern mit reichem Laub- und 
Blumenwerk und schwelgte förmlich darin, wie uns 
die Thore von Schönbrunn und dem Wiener Belvedere- 
Garten noch heute beweisen. Auf uns ist nichts ge 
kommen, als der sehr unkünstleriche Eisenguss, der 
wohl gewissen stilisirten, regelmässigen Zeichnungen 
gerecht werden kann, aber des eigentlichen plastischen 
Lebens, der Feinheit und der Freiheit zugleich er 
mangelt. Messingguss ist an die Stelle des kunst 
reichen Schlossbeschläges getreten, die Thüren haben 
ihre Eisenbänder, ihre Schlösser und Riegel versteckt 
und was sie nicht verstecken konnten, das wurde mit 
üelfarbe holzartig überstrichen, um es der Thüre 
gleich zu machen und auch so verschwinden zu lassen. 
Auch der feineren Technik, der Aetzung, Tauschi 
rung und Gravirung, die im 16. Jahrhundert mit solcher 
Vorzüglichkeit wie eine Goldschmiedsarbeit geübt wurde,
	        
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