XXXI.
Eisenarbeiten.
Wie so manche alte Kunsttechnik im Laufe der
letzten Jahrhunderte zu Grunde ging, so hatte denn
auch das Eisen all die seine eingebüsst. Noch das
achtzehnte Jahrhundert hatte seine Freude an kunst
voll geschmiedeten Eisengittern mit reichem Laub- und
Blumenwerk und schwelgte förmlich darin, wie uns
die Thore von Schönbrunn und dem Wiener Belvedere-
Garten noch heute beweisen. Auf uns ist nichts ge
kommen, als der sehr unkünstleriche Eisenguss, der
wohl gewissen stilisirten, regelmässigen Zeichnungen
gerecht werden kann, aber des eigentlichen plastischen
Lebens, der Feinheit und der Freiheit zugleich er
mangelt. Messingguss ist an die Stelle des kunst
reichen Schlossbeschläges getreten, die Thüren haben
ihre Eisenbänder, ihre Schlösser und Riegel versteckt
und was sie nicht verstecken konnten, das wurde mit
üelfarbe holzartig überstrichen, um es der Thüre
gleich zu machen und auch so verschwinden zu lassen.
Auch der feineren Technik, der Aetzung, Tauschi
rung und Gravirung, die im 16. Jahrhundert mit solcher
Vorzüglichkeit wie eine Goldschmiedsarbeit geübt wurde,