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imitirt in ihrem Bau und ihrer äusserst reichen inne
ren Eintheilung und Ausstattung die Cabinetkästen
der Renaissance, und was bei diesen durch Ebenholz,
Elfenbein, Bronze, Steine und sonst in mancherlei
Art erzielt worden, das sucht sie durch die verschie
denartige feinere Technik des Eisens zu erreichen.
So giebt es hier Theile, die geschmiedet und gehäm
mert, andere, die geätzt, in Stahl geschnitten, in Gold
und Silber tauschirt sind. Das alles macht einen
prächtigen, höchst sachgemassen und harmonischen
Eindruck. Nur einen grossen Fehler zeigt die Arbeit,
der glücklicher Weise zu bessern ist. Aller figürliche
Schmuck — und er ist sehr reich — steht in Zeich
nung, Modellirung und Ausführung in gar keiner
Weise auf der Höhe der Ornamente und der Inten
tion dieses Werkes. Unseres Erachtens müsste er
gänzlich erneuert werden, soll die Arbeit als Cabinet-
stück, und darauf ist sie doch angelegt, bleibenden
Werth behalten. Aber auch so ist der Vorgang mit
dieser Casse in seinem Zurückgreifen auf die alten
Künste ein sehr beachtenswerther, dem wir Nachfolge
wünschen.