MAK

Full text: Die Kunstindustrie auf der Wiener Weltausstellung 1873

— 318 — 
imitirt in ihrem Bau und ihrer äusserst reichen inne 
ren Eintheilung und Ausstattung die Cabinetkästen 
der Renaissance, und was bei diesen durch Ebenholz, 
Elfenbein, Bronze, Steine und sonst in mancherlei 
Art erzielt worden, das sucht sie durch die verschie 
denartige feinere Technik des Eisens zu erreichen. 
So giebt es hier Theile, die geschmiedet und gehäm 
mert, andere, die geätzt, in Stahl geschnitten, in Gold 
und Silber tauschirt sind. Das alles macht einen 
prächtigen, höchst sachgemassen und harmonischen 
Eindruck. Nur einen grossen Fehler zeigt die Arbeit, 
der glücklicher Weise zu bessern ist. Aller figürliche 
Schmuck — und er ist sehr reich — steht in Zeich 
nung, Modellirung und Ausführung in gar keiner 
Weise auf der Höhe der Ornamente und der Inten 
tion dieses Werkes. Unseres Erachtens müsste er 
gänzlich erneuert werden, soll die Arbeit als Cabinet- 
stück, und darauf ist sie doch angelegt, bleibenden 
Werth behalten. Aber auch so ist der Vorgang mit 
dieser Casse in seinem Zurückgreifen auf die alten 
Künste ein sehr beachtenswerther, dem wir Nachfolge 
wünschen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.